#stayathomemarathon

Sonnenschein, blauer Himmel und im Ziel wartet dein Mann mit deiner Medaille. So war mein Staffelanteil heute morgen. Ich bin bekennende „Nichtläuferin“ und habe nur einen kleinen Anteil unseres Gemeinschaftsprojektes: „25 Jahre Hospiz Luise Staffel“ geleistet. Immerhin hatte ich die Idee und konnte weitere 11 Läufer*innen im Laufe der letzten Monate von meiner Idee begeistern.

Wir hatten Vorfreude, haben uns Trikots bedrucken lassen, mehr oder weniger fleissig trainiert, hatten schon Helfer*innen für die Wechselposten organisiert und den kleinen Traum, Hand in Hand ins Ziel zu kommen.
Träume platzen manchmal wie Seifenblasen. Dennoch bleibt von so einer Seifenblase ja was übrig. So schimmernde, leicht klebrige Flecken und Tropfen. So sind auch wir Einzeläuferinnen und Einzeläufer übrig geblieben und haben heute morgen jeder unsere Staffelstrecke absolviert.

Was für ein herrlicher Tag dafür! Wir sind super dankbar, dass das Team vom Hannover Marathon dies möglich gemacht hat. Jetzt folgen einfach ein paar Zitate aus unserer Marathongruppe und Fotos!
#stayathome #hajmarathon #stayathomemarathon #runnover

Unsere Fans am Wegesrand waren auch anwesend und haben ihr bestes gegeben!

Liebe Grüße an Euch alle von Philipp und Kerstin – es war ein schönes Gefühl, mit Euch in Gedanken zu laufen…, wie schön wird das dann erst in echt!

Ich bin noch nie so schnell gelaufen – ehrlich nicht. Und vor allem nicht 7km!

Ich bin ankgekommen! Aber wir mussten den Marathon ja voll bekommen. Geht doch 🙂

…heute hat mich leider die Pollenallergie etwas mitgenommen, daher weniger Power, aber ich habe es durchgezogen und mir die Jahrhundert Medaille verdient!

Hat mega Spaß gemacht und wir gehen jetzt duschen und Frühstücken. Wir holen das 2021 in Hannover nochmal gemeinsam nach!

Wohoo – und am 18. April 2021 dann so richtig Danke an mein tolles Team…und das Team vom Marathon Hannover

Dann war da noch Katrin aus Burgwedel. Sie ist für uns gelaufen und hat unseren Namen nicht getanzt, sondern geschrieben. Danke ❤

Wer jetzt Lust hat, im nächsten Jahr für die Luise zu laufen, der melde sich doch gerne bei mir!

Bleibt schön gesund und eine virtuelle Umarmung,

Eure Nici

Fan Manuela 🙂

Fotos sind vom Marathonteam Britta, Jacqueline, Regine, Evangelos, Elena, Philipp, Kerstin, Nici, Stefan…Manuela….Katrin….

Tue Gutes – Teil 3

Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder. Sie geben das Empfangene zehnfach zurück.

August von Kotzebue

Die Zeiten sind gerade ungewöhnlich – milde ausgedrückt. Gerade gestern habe ich eine Mail in meinem Hospizpostkasten gefunden. Frau Prof. Dr. Begemann hat uns geschrieben, denn am 15. hätten wir eingentlich eine gemeinsame Veranstaltung gehabt. Die werden wir nachholen!
Dennoch passiert hier was. Das berührt mich immer wieder auf´s Neue. Was für eine Kreativität da entsteht und wie viele Menschen an uns denken.

Wohnzimmerkonzert

Mein Geburtstag am 23. März fiel auf den ersten Tag der Kontaktbeschränkungen. Mein ohnehin geplantes Konzert mit Milou&Flint war schon abgesagt und gemeinsam mit H1 Fernsehen, Grünes Zimmer und Matthias Brodowy gab es ein Wohnzimmerkonzert im Livestream. Bis heute sind
4915.55 Euro an Spenden eingegangen. Im Umschlag, über Paypal, über das Konto, über betterplace. Ich bin total überwäligt und sage allen an dieser Stelle nochmal DANKESCHÖN!!! Auch mit dem Brief von unserer Leitung Kurt Bliefernicht!

#stayathomemarathon

Wir wollten mit zwei Staffeln laufen, jetzt laufen wir zuhause. In unseren wunderbaren Trikots, die uns die Firma Gerd Koch noch gerade fertigstellen konnte. Außerdem haben wir eine Unterstützung für die Trikots von 100 Euro von einem Spender erhalten. Danke dafür!!
Unfassbar, was das Team von Stefanie Eichel jetzt leistet und die erste Startnummer ist auch schon da! Wer uns pro gelaufenen Kilometer dennoch unterstützen möchte, der darf sich gerne bei uns melden oder direkt spenden:

Hospiz Luise
Sparkasse Hildesheim
IBAN: DE91 2595 0130 0039 9993 31
BIC: NOLADE21HIK
Verwendungszweck: Marathon

Hasispende

Das ist sicherlich die rührendste Spende dieser Tage. Viele meiner KollegInnen und ich waren schockverliebt in den Handschmeichler-Hasen einer Patientin. Ich habe mit Erlaubnis ein paar Fotos gemacht und eine Freundin aus Burgwedel hat uns dann einen eigenen Luisen-Hasen genäht. Der muss unbedingt in Serie gehen. Wir sind sehr verliebt und mein Kollege Holger hat wie versprochen das erste Exemplar erhalten. Merci, Claudia!! Die Anleitung gibt es auf ihrer Seite bei KIRADO

Maskenspende

Dann gab es noch die Unterstützung vom NKR. Gleich 20 selbstgemachte Masken, die eine Mitarbeiterin nach ihrem Feierabend näht sind bei uns angekommen und helfen uns bei der täglichen Arbeit. Tausend Dank dafür!!

Wiederholungstäterin

Sandra von Centaurea Cosmetic hat uns auch schon wieder 100,50 Euro überwiesen. Dafür hat sie ihr letztes Trinkgeld und Spenden aus einem Hefedeal gesammelt. Danke dafür, liebe Sandra!

Schokolade

Eine große Spende in Form von Schokolade hat uns vor Ostern erreicht. Ich durfte bei Ikea Großburgwedel eine Wagenladung Schokolade abholen. Meine Freundin Amely hat es vermittelt und die Kolleg*innen von Ikea haben es umgesetzt. Die rechne ich jetzt aber nur auf unsere Hüften – nicht auf die Gesamtsumme. Vielen lieben Dank dafür!!

Damit bin ich bei 10.147,27 Euro von erhofften 25.000 Euro!!!!

Ihr wißt, es fällt in meiner Blogzeit noch einiges aus, aber ich bin ja schon dabei wieder kreativ zu werden. Zum Beispiel bei meiner neuesten Aktion, Minileinwände von Prominenten und KünstlerInnen gestalten lassen. Wer mitmachen will, der schreibe mir einfach eine Nachricht!
25jahrehospizluise@gmx.de

Herzlichen Dank an euch alle und ich freue mich auf weitere kreative Ideen und Unterstützung. Das Leben ist bunt!

Eure Nici

Fotos Nici, Claudia, Jacky & Pixabay

Ostern im Hospiz

Meine erste Aufgabe gestern im Dienst, war mir eine Stoffmaske im Dienstzimmer auszusuchen. Wie ein Teenager bin ich dann zum Wäscheständer im Keller gegangen und habe mir ein wunderschönes Rosenmusterexemplar für den Tag gegriffen, in der Kiste war eben nicht das Richtige dabei.
Ostern im Hospiz. Das ist normalerweise voll von Grün, Blumen, grandioser Dekoration, Eiern mit Namensgravuren, einem Haus voller Besucher*innen, Freude, Geschenken und Festmahl. Auferstehung feiern, jeder auf seine Weise.
Eigentlich schmückt unser Haus zu den Festen Susanne. Susanne arbeitet ehrenamtlich bei uns. In diesem Jahr hat sie uns die Tasche mit der Deko dagelassen und die Nachtschwestern haben das Werk begonnen und wir im Frühdienst haben es beendet. In Ermangelung von Zweigen bin ich früh morgens mit der Gartenschere losgelaufen und habe einige überstehende Zweige mitgenommen. Ein Miniosterstrauch.

Unsere Ehrenamtlichen fehlen uns. Wir ihnen auch. Das sagen zumindest die Karten, die jede Woche bei uns eintreffen. Unseren Patienten und Besucher*innen fehlen die Mitarbeitenden auch. Die schon an der Tür ein freundliches Wort haben. Wissen wo die Besucher*innen hinwollen. Die informiert sind über die aktuellen Ereignisse und die immer ein Ohr haben. Auch für Nichtgesagtes. So eine wertvolle Ressource – einfach weg. Genauso in unseren ambulanten Diensten. Wie verzweifelt die Menschen sich Unterstützung wünschen und dann können Sie diese nicht bekommen. Vielleicht noch telefonisch. Corona bestimmt unseren Rhythmus.

Eine Kollegin vom Bundesverband Trauerbegleitung hat in diesen Zeiten eigens ein Konzept mit einer Gruppe sehr aktiver Menschen entwickelt. Chris Paul und ihr Team bieten eine telefonische Unterstützung für Menschen mit Covid 19 an, die in Quarantäne sein müssen, deren Angehörige und auch für medizinischem Personal. Das lohnt sich in jedem Fall weiterzusagen, deshalb sind hier auch die Informationen dazu. Wir erleben täglich die große Trauer und Last der Angehörigen und Patienten. In der ambulanten Versorgung und in Pflegeheimen potenziert sich das noch. Wenn ihr also jemanden kennt, der erkrankt ist oder in Quarantäne und jetzt Beratung und Hilfe gebrauchen kann – sogar täglich, dann meldet euch dort!

Zurück zu uns. Auch wenn wir nicht in der gewohnten Fülle gefeiert haben, so haben wir doch in einem Moment der Achtsamkeit die Osterkerze entzündet. Eine Riesenkiste mit Schokolade für alle Mitarbeitenden zum Mitnehmen, gestiftet von Ikea Burgwedel, erhellt die Gesichter. Meine Freundin Amely hat den Kontakt vermittelt und Mitarbeiterin Nicole hat mir eine Wagenladung Schokolade geschenkt. Diese kleinen Gesten sind ganz groß in Zeiten wie diesen.
Die Patient*innen haben immerhin ein buntes Ei erhalten und sich beim Ausflug auf die Terrasse an den kleinen Dekorationen im Haus erfreut.
Einige haben auf Nachfrage auch erzählt, was Ihnen Ostern bedeutet. Wie sie es in den Jahren vorher immer gefeiert haben.

Gibt es ein Leben nach dem Tod? In einem Hospiz wird diese Frage oft gestellt. Wir sind nah dran an dem, was danach kommt. Dennoch weiß es keiner genau.
Wie geschockt waren die Frauen damals, als Jesus nicht in der Grabhöhle zu finden war. Darüber haben meine Kollegin Elisabeth und ich beim Frühstück gesprochen. Ich sagte, „vielleicht waren sie gar nicht so erschrocken, weil sie auch viele Wunder erlebt haben“. Wunder gibt es heute auch noch, aber die Menschen sehen sie nicht richtig. Das war unsere Quintessenz.

Morgen werde ich im Büro arbeiten und dann endlich sagen können, was ihr vor Ostern für mein Wohnzimmerkonzert gespendet habt! Ich bin sehr gespannt und freue mich, dass ihr das Video mit Matthias Brodowy immer noch schauen könnt. Besonders an so einem kalten Ostermontag.
Herzliche Grüße
Eure Nici

Fotos: Nici´s Handykamera

Familienfest

Ostern ist in vieler Hinsicht ein besonderes Fest. Die Kirche feiert die Auferstehung von Jesus Christus. Die Fastenzeit endet. Familien kommen zusammen und feiern gemeinsam im jungen Frühling . Kinder suchen hierzulande im Garten die Osternester. Der Papst spendet von seinem Balkon den Segen Urbi et orbi. Geschmückte Frühlingszweige, Osterhasen, Leckereien.
Dieses Jahr ist vieles anders. Dennoch für viele von uns kein Grund zu klagen. Wir leben in diesem reichen Land und sind sehr gut versorgt. Wir hungern nicht, und wenn doch, gibt es wundervolle Menschen, die versuchen auch den Schwächsten zu helfen. Die Krankenhäuser und das Personal wachsen zusammen und über sich hinaus. Unternehmer*innen haben in diesen Tagen begründete Ängste, ebenso alle Selbständigen und Selbständige. Es werden harte Zeiten kommen. Nicht das erste Mal.

Im Hospiz haben die Patient*innen oft noch Ziele vor Augen. Oft sind es Familienfeste. Ein Geburtstag, die Geburt eines Enkelkindes. Eine Hochzeit für die das Kleid schon zuhause im Schrank hängt. Ich bin immer wieder verwundert, welche Kräfte ein geschwächter Körper doch entwickeln kann, wenn er Zeit gewinnen möchte.
Sehr gut kann ich mich an eine Mutter erinnern, die unbedingt wollte, dass ihre kleine Tochter getauft wird. Eigentlich ein großes Familienfest. Ein Termin war schnell gefunden und die Paten eingeladen. Der Pastor informiert, die Taufkerze war in Arbeit. Dann hat sich der Zustand der Patientin drastisch verschlechtert. Uns war klar, wir können den angestrebten Termin nicht halten.
Plan B. Unser Seelsorger, Paten vorbestellen, Kerze schneller fertig machen. Für das kleine Zimmer waren wir sehr viele Menschen.
Heute wäre das gar nicht möglich. Vielleicht per Skype. Mit Mundschutz.
Doch das war eine andere Zeit. Wir haben gemeinsam gesungen, ich habe Bilder mit dem Handy des Vaters gemacht. Die Mutter hatte schon seit einigen Stunden nicht mehr reagiert. Doch unser gemeinsames Ritual hat sie lächeln lassen. Wohlwissend, dass ihr Wunsch in Erfüllung gegangen war. In solchen Momenten weine ich auch. Da kann ich gar nicht anders. Wir alle waren so gerührt. Da war auch Freude, nicht nur Trauer. Leben.

Gestern habe ich vor Ostern meine Mama getroffen. An einer Raststätte. Sie ist viel allein, aber sie ist es auch gewöhnt und schlägt sich tapfer. Wir sind ein Stück gegangen, sie hat geweint. Soviel Nähe trotz unserer Distanz an die wir uns gehalten haben.
Ostern wird sie nicht kommen. Wir werden auch nicht die Mutter meines Mannes besuchen. Das erste Mal seit Jahren habe ich wieder einen Osterstrauß geschmückt. Ich bin schon gespannt wie es im Hospiz aussehen wird, wenn ich Sonntag meinen Dienst wieder antrete.

Im Hospiz tragen wir jetzt immer Masken. Tanzen den Mindestabstand ohne eine Musik, bewegen uns vorsichtig um einander herum. Versuchen die emotionale Last unserer Patient*innen zu lindern.
Alle gemeinschaftlichen Rituale sind dahin. Kein Osterschmaus im Wintergarten mit fröhlichen Gesichtern. Vor einigen Jahren habe ich an Ostern alkohlfreien Sekt getrunken, die ganze Tafel war voll, wir haben gelacht, gescherzt und am Ende war ich glückselig und hatte einen gefühlten Schwips. Leben.
Meine Gedanken sind dieser Tage bei den Menschen in Ländern, in denen eine gute Versorgung nicht gewährleistet ist. Die kein Wasser zum Händewaschen haben und keinen Platz, um einen Mindestabstand zu gewähren. Deren Chancen von vorneherein schlecht stehen.
Ja, die Krise ist schlimm. Ja, es werden Menschen sterben. Ja, es sind sehr viele Menschen in großer Trauer und haben Angst. Ja, ich finde es mitunter auch sehr bedrückend und denke auch an Menschen, die existentiell in Not geraten. Dennoch, wir werden weiterleben. Gestärkt. Achtsamer. Mehr Miteinander. Langsamer. Leben.

Wo immer ihr auch seid, ich wünsche euch gesegnete und behütete Tage im Kreise derer, die möglich sind. Ich freue mich auf Ostern im Hospiz und nach Dienstschluss mit meiner kleinen Familie. Ich werde euch natürlich ein paar Bilder senden und einen Lagebericht geben. Es wird ruhiger als sonst, aber vielleicht auch gerade deshalb ganz besonders intensiv.
#stayathome

Herzlich Eure
Nici

Bilder: Pixabay und ich 🙂

Da draussen

Ruhig ist es in unserer Straße. Mein Arbeitszimmer teile ich mit meiner Tochter, die im Homeoffice auch am Wochenende arbeitet.
Auf Facebook kann man dieser Tage gut sehen, wer sich mit was beschäftigt. Gestern habe ich den Todestag meines Vaters gepostet. 42 Jahre ist das schon her. Bis vor einigen Jahren habe ich nie daran gedacht, weil ich ihn auch gar nicht wusste. Das war alles kein Thema bei uns und in den letzten Jahren habe ich es zu einem gemacht. Habe meine Wurzeln gesucht und einige gefunden. Das habe ich meiner Mama zu verdanken, die inzwischen richtig Vorfreuede empfindet, wenn ich ihr ankündige, dass wir wieder ein „Vergangenheitsgespräch“ brauchen. Wie gut sie auch jetzt in diesen Zeiten mit der Krise umgeht. Sie telefoniert viel mit Freundinnen, mit uns Kindern, bastelt, kocht, spielt neuerdings das Früchtespiel auf dem Handy und versorgt die Blumen auf dem Balkon.

Meine Freundin Katja hat mir gemailt:
Liebe Nici,
in diesen merkwürdigen Corona-Zeiten haben es Obdachlose besonders schwer. Viele Hilfs-Einrichtungen und Tafeln hier in Hannover sind geschlossen. Es gibt lediglich Notausgaben für Bedürftige und die Nächte sind gerade noch ganz schön kalt. In unserer Stiftung kümmern wir uns um Tiere in Not. Aktuell erreichen uns sehr viele Hilfsanfragen, da durch die Grenzschließungen Tierschutzprojekte im Ausland nicht mehr wie bisher betreut werden können. Wir versuchen durch Spenden zu helfen, wo es geht. Hier vor Ort setzen wir auf praktische Hilfe für die Tierhalter ohne Obdach und packen jeden Mittwoch Tierfutter und warme Hundedecken und Zubehör für die Obdachlosenhilfe Hannover. Heute wurde eine Futterspende mit hochwertigem Hundefutter und feinen Snacks bei uns in der Stiftung abgegeben. So konnten wir gleich wieder Portionspäckchen packen, die unsere Ehrenamtlichen morgen zur Obdachlosenhilfe bringen werden. Bürohund Teddy passt auf, dass alles korrekt gepackt wird (Foto anbei)
Viele liebe Grüße
Katja

Spendenkonto:
IBAN: DE 74 2519 0001 0791 6205 00
Paypal: info@ulistein-stiftung.de

Meine Kollegin Susanne hat mir auch geschrieben, nach meinem letzten Blogeintrag:

Du willst wissen, was ich mache? Ich nähe. Mit den Osterhühnchen habe ich letzte Woche aufgehört, mangels Besucher*innen ist der Verkauf im Hospiz-Basarschrank erwartungsgemäß gering.  Jetzt nähe ich Masken. Nachdem unser NDR- Virenguru Prof. Drosten gesagt hat, dass das Tragen sinnvoll sei, insbesondere um andere zu schützen… Der scheußliche Grund dafür tut dem Spaß keinen Abbruch,  ich verwende lustige bunte Stoffe, tüftle, bis die Nähte an den besten Stellen sitzen und die Garne passen, die Größe stimmt. Fr. Müller aus Bothfeld ( köstlich, in der grenzenlosen Netzwelt lebt diese Frau gerade zufällig in Hannover!) verschenkt eine wunderbare Anleitung, mit Hintergrundinformationen zum Sinn und Unsinn der Schutzmasken. https://naehtalente.de/atemschutz-naehen/-. Sie ruft dazu auf, für caritative Zwecke zu nähen. Naja, ich näh jetzt erst mal für Freund*innen und Familie, die ersten Masken haben die Ältesten bekommen.  Unsere Kollegin Carina hatte schon etwas eher damit angefangen, mich mit Tips versorgt und mittlerweile die ganze Hospiz- Belegschaft mit Masken für die Freizeit (oder wie nennen wir jetzt die Zeit der Nicht-Arbeit ohne die geliebten  Aktivitäten?). Für die Arbeit haben wir industrielle Masken, noch.
Letzte Woche hatte ich mir vorgenommen zuhause Yoga zu machen, mindestens jeden zweiten Tag… das klappt alleine noch nicht. Meine Tanzlehrerin Esther verschickt an ihre Schülerinnengruppe lustige Übungs – Videos, selbst die konnten mich noch nicht von der Nähmaschine weglocken. Bin gespannt, wann sich das ändert. Ansonsten haben mein Mann und ich kurz vor der Schließung der Läden beim Naturbauhändler unseres Vertrauen noch schnell ein Dose Hartholzöl erstanden und das Parkett  in kleinen Abschnitten geölt… ob das was mit den Kontaktbeschränkungen zutun hat? Ich glaub nicht. Jedenfalls ist es jetzt bei uns schön sauber und aufgeräumt, ein Segen, beim Vielzuhausesein.

Von Uwe habe ich auch eine Nachricht erhalten:
Hallo Nicole,
das Bild habe ich gerade fertig gemalt. Ich finde, das Bild passt auch zu Eurer verantwortungsvollen Arbeit.
Lieber Gruß
Uwe

Monika Walden arbeitet beim NDR und hat einen Kommentar dagelassen:

Es ist interessant zu sehen, dass so vieles unwichtig wird, das zuvor in unserer Gesellschaft eine große Rolle gespielt hat.
Teure Dinge, die plötzlich viele überhaupt nicht mehr interessieren, weil wir alle wissen, dass die Gesundheit ebenso wie die Liebe so viel wichtiger sind als materieller Luxus. Das wussten wir zwar schon immer, aber jetzt spüren wir es! Und plötzlich merken wir auch, wie wir arbeitende Menschen in Supermärkten, in Reinigungsbereichen, im Speditionswesen, in der Pflege und medizinischen Versorgung mit anderen Augen anschauen als zuvor. Respektvoller, dankbarer, freundlicher. Das sollten wir auch nach der „Corona-Krise“ tun!! Hoffentlich vergessen wir dann nicht wieder, wer und was wirklich wichtig ist.
Herzliche Grüße, verbunden mit den besten Wünschen für Gesundheit an diejenigen, die sie dringend brauchen und diejenigen, die das hier lesen.
Monika Walden

Mit Franziska Stünkel und Sven Friedrich Cordes habe ich dieser Tage auch geschrieben.
Die Bilder aus dem Buch Coexist von Franziska spiegeln gerade unsere Sitation wieder. Vieles sehen wir vor uns, können es aber gerade nicht erreichen. Als Ostergeschenk werde ich das heute ordern – Hannes liest meinen Blog so gut wie nie, also kann ich das hier ruhig schreiben 😉
Bei uns im Hospiz ist gerade das „Fensterln“ als neue Besuchsform aufgekommen. Garantierter Abstand und es ermöglicht dennoch ein wenig Nähe.

Sven Friedrich Cordes setzt sich wie viele andere Kolleg*innen der Bestatterbranche für die Einstufung als „Systemrelevanter Beruf“ ein. Er muss in diesen Tagen die Herausforderung annehmen, Nähe zu den Trauernden zu schaffen und dennoch dabei auf Distanz bleiben.

Die liebe Kerstin hat mir auch einen Brief geschrieben, mit der Hand. Der ist aber nur für mich gewesen und hat mich sehr erfreut. Vielleicht schreibt ihr vor Ostern noch ein paar liebe Worte und versendet sie. Ich werde das auf jeden Fall machen.

Passt auf euch auf,
herzlich
Nici

P.S. Danke Ihr Lieben Gastbeitragbeitragende, Fotos: Susanne Dörfler, Uwe Lang, Nici Friederichsen, Kurt Heldmann, Pixabay 🙂

Zeit

Heute ist mein erster Urlaubstag und es schneit draußen. Eigentlich wäre ich jetzt an einem Strand, würde die Sonne genießen und händchenhaltend mit meinem Mann spazieren gehen. Stattdessen bin ich zuhause. In meinem Arbeitszimmer. Heute nachmittag halten wir beim Hundespaziergang auch Händchen, hoffentlich gibt es dann auch ein paar Schneeflocken.
Wir können die jetzige Situation nicht ändern. Wir können das Beste aus ihr machen. Letzte Woche im Hospiz war es ähnlich. Auch hier mussten wir uns einschränken. Mundschutz und Schutzkittel, bei körpernaher Pflege. Trostlos. Bedrückend.
Wir schenken Lächeln, besondere Leckereien, ermutigen durch Gesten, haben Zeit für Gespräche.

So ist es auch in den Krankenhäusern. Keiner kann mehr rein. So ist es bei Bestattungen. Abstand von 1,50m bis 2m. Nur die engsten Familienangehörigen. Ein Freund der Familie meines Mannes ist dieser Tage verstorben. Die Trauerfeier hat schon in aller Stille stattgefunden. Ein Riesenberg an Trauer türmt sich in diesen Zeiten auf. Neben all den wirtschaftlichen Katastrophen und der Trauer um geplatzte Lebensträume, werden die Toten in diesen Zeiten minimalistisch verabschiedet. Dabei braucht die Trauer der Lebenden doch auch diese Schleusenzeit, mit Berührung, Totenwache, Gestaltung der Trauerfeier und den Trost der Gemeinschaft. Ich habe zu meinem Mann gesagt: „wenn ich jetzt sterbe, dann lass mich bitte einäschern und feiere danach nochmal groß Abschied“.

Meine Kollegin Inga ist gerade in der Aufnahme. Das Telefon steht nicht still. Traumatisierte Menschen melden sich und suchen händeringend Trost, Rat und Unterstützung in der Hilflosigkeit.
Diese Menschen dürfen wir jetzt nicht vergessen. Ich bin dankbar, dass wir die Telefonseelsorge haben, die einen unfassbaren Job macht. Ich bin dankbar, dass Kolleg*innen der Trauerarbeit Onlineangebote ins Leben rufen. Ich bin dankbar, dass wir Smartphones haben, mit denen wir Kontakt zu unseren Liebsten halten können.

Was machen wir jetzt also mit unserer Zeit? Mein Aszendent ist Waage, das besagt ich bin ein Putzteufel. Leider ist das Horoskop an dieser Stelle fehlerhaft. Also werde ich heute eine Serie auf meinem Tablet schauen und nebenbei gemütlich mein Arbeitszimmer entrümpeln. In Erinnerungen schwelgen.

Gerne wüsste ich auch, was du machst! Also schreib mir doch bitte eine Nachricht und im nächsten Blogeintrag würde ich das gerne veröffentlichen. Oder du schreibst mir ein Gedicht, sendest mir dein Onlineangebot für Trauernde, schickst mir ein Bild deiner Aktivität, deinen Buchtipp, einen Gruß aus dem Homeoffice, grüßt jemanden…..bitte an:

25jahrehospizluise@gmx.de

Im Hintergrund läuft das Wohnzimmerkonzert von meinem Freund Matthias Brodowy. Geschenkte Zeit – Eine Stunde Musik und Humor. Seelenfutter.
Zeit nochmal Danke zu sagen, an das Team von H1 Fernsehen, Grünes Zimmer, Matthias und an alle Spender*innen.


Nutzen wir also die geschenkte Zeit so gut es eben geht. Nährt die Hoffnung in euch. Schreibt mal wieder Briefe. Schreibt mir. Spielt Gesellschaftsspiele. Lest die verstaubten Bücher aus dem Regal. Allen die arbeiten wünsche ich Kraft, sage Danke und bin gespannt, wielange mein Urlaub anhält. Wir Krankenschwestern stehen auch auf Abruf bereit…

Herzliche Grüße
Eure Nici

Fotos: Pixabay und ich 🙂

Livestream mit Matthias Brodowy geht immer in diesen Zeiten

Eigentlich fallen momentan alle unsere geplanten Veranstaltungen aus. Alternativ könnt ihr euch aber kostenfrei den Livestream mit Matthias Brodowy ansehen. Unterstützt und umgesetzt von Grünes Zimmer und H1 Fernsehen.

https://www.youtube.com/watch?v=NssJfRWyo_0

Passt auf euch auf!

Herzlich

Eure Nici