Gartenkonzerte

Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.

Victor Hugo

Wir sind in den letzten Wochen reich beschenkt worden. Mit Musik in unserem Garten. Bei den unterschiedlichsten Temperaturen haben Musiker*innen uns und den Patient*innen jeweils 30min Seelenfutter geschenkt. Die Türen zu den Zimmern wurden geöffnet, Patientinnen und Patienten nach draußen gebracht, Mitarbeitende verteilten sich auf dem Gelände. Klänge von Akkordeon, Gitarre, Klavier, Gesang. Schlager, Pop oder Jazz wehten durch unseren Garten und haben auch uns teilweise davongetragen. Das waren wundervolle Kraftquellen und wir freuen uns, wenn wir weiterhin musikalischen Besuch erhalten.

Den Anfang machte Matthias Brodowy mit seinem Akkordeon im Gepäck. Matthias wollte schon ewig bei uns spielen. Vor der Pandemie war oft wenig Zeit und jetzt hat uns dieses Virus welche geschenkt. Geschenk angenommen.
Ungewöhnlich den Kabarettisten mal so ganz anders zu erleben. Leise und lächelnd hat er uns bei wunderbarem Sonnenschein sein Repertoire zum Besten gegeben. Natürlich nicht ohne auch ein wenig aus dem Nähkästchen zu plaudern und uns zum Lachen zu bringen. Wie wohltuend in diesen Zeiten.

Als nächstes hat uns der Pianist Markus Becker besucht. Eigentlich hatte ich gerade Mailkontakt mit ihm, weil er an unserer Benefizaktion im Oktober teilnimmt. Während wir über die Gestaltung von Minileinwänden hin und her schrieben habe ich dann irgendwann doch gefragt. Ja, und Herr Becker hat direkt zugesagt – spielt er doch in Coronazeiten auch gerne Innenhofmusik. Wundervoll, was er dann aus unserem Klavier für Töne geholt hat. Sein eigenes Jazzstück zum Ende hat uns alle verzaubert. Sogar Zaungäste blieben stehen und nutzen die Musik zum innehalten.

Unser dritter Gast war Dr. Manuel Kiper. Eigentlich ist er ja Vollblutpolitiker, aber wir haben unsere Augen und Ohren ja überall und schon stellte sich heraus, dass er Gitarre spielt und singt. An seinem Konzerttag war es tatsächlich bitterkalt und mit kalten Fingern Gitarre zu spielen ist eine Herausforderung. Herr Dr. Kiper hat sie angenommen und hat sogar einige Mitarbeitende zum Tanzen gebracht, wenn er altbekannte Melodien zum Besten gab. Mitsingen und summen – schön!

Der Kontakt zu Ulrike Pinhammer entstand über die sozialen Netzwerke, als das Hospiz Luise seine eigene Facebookseite bekommen hat. Ihre Schwester ist vor Jahren bei uns verstorben und jetzt war es an der Zeit wiederzukommen. Mit ihrer Kollegin Ann-Kathrin Forst und einer kleinen Anlage ersangen sie sich die Herzen der Zuhörenden. Eine Patientin von uns hat alle Konzerte gehört und konnte diesmal jedes Lied mitsingen. Sonst sieht man die beiden bei Feine Dinner Shows und jetzt war die Freude über einen Auftritt in der Spielpause groß. Bei uns auch.

Wie Chantal Däubner dann letztendlich zu uns gekommen ist, zeigt wie wunderbar zufällig Begegnungen doch sein können. Unsere Mitarbeiterin Jacqueline hat sie bei einem Waldspaziergang singen gehört. Im Gartenkonzert-Casting-Fieber hat sie einfach gefragt, ob die junge Musikerin sich vorstellen könnte auch mal bei uns zu singen. Chantal konnte und war letzte Woche zu Gast. Das sorgte sowohl bei den Patient*innen als auch bei den Mitarbeitenden für Begeisterung. Wir hoffen es wehen auch in nächster Zeit noch weiter musikalische Klänge durch unseren Garten. Schreibt uns einfach eine Mail an info@hospiz-luise.de und dann suchen wir einen Tag aus.

Abschließen möchte ich heute mit den Gedanken eine Freundin von mir. Die hat sie mir gestern per Mail geschickt. Danke Julia!
Herzlich für heute,
Eure Nici
Fotos: Kurt Bliefernicht, Jacqueline Georgiadis & ich

Frohe Pfingsten!!
>>Life doesn`t have to be perfect but to be beautiful and happy!!<<
Liebe Mitmenschen!
Jeder von uns kennt die Situation, wenn er/sie einen Raum betritt, dass man fühlt „Oh je – hier ist dicke Luft!“ Die Atmosphäre ist angespannt und unangenehm! Aber jeder von uns kennt auch die gegenteilige Situation: man betritt einen Raum und fühlt sich sofort wohl. Die gute Stimmung springt auf einen über und man ist schlagartig „angesteckt“ ….
Lassen Sie uns eine „ ansteckende Atmosphäre“ in die Welt hinaus tragen, lassen Sie uns die Botschaft überall verbreiten, dass es nicht nur die ansteckende Krankheit Corona gibt, sondern dass wir selbst die Wahl haben und die Möglichkeit, die Welt mit Freude und Liebe „anzustecken“ !!! Es braucht nichts Besonderes, Großartiges, Perfektes zu sein – es reicht etwas Schönes und Fröhliches! Jeder von uns kann der Welt etwas schenken!
…. Schenken Sie jedem Menschen, dem Sie begegnen ein Lächeln!
…. Spielen Sie mit Ihren Kindern!
…. Rufen Sie einen Menschen an, mit dem Sie lange nicht mehr gesprochen haben!
…. Vielleicht rufen Sie sogar jemanden an, mit dem Sie sich gestritten haben!
…. Schicken Sie eine lustige Postkarte an eine Freundin/einen Freund!
…. Schreiben Sie einen Brief an die Großeltern!
…. Lesen Sie Ihrem Enkel am Telefon eine Geschichte vor!
…. Gehen Sie mit einem lieben Menschen spazieren!
…. Halten Sie einen kleinen Klönschnack mit Ihren Nachbarn!
…. Machen Sie einem Mitmenschen ein unerwartetes Geschenk!
…. Machen Sie (auf der Straße) Musik zusammen/singen Sie zusammen!
…. Tanzen Sie zusammen auf der Straße oder im Garten!
…. Unternehmen Sie gemeinsam etwas Schönes, was Sie glücklich macht!
…. oder oder oder!
Machen Sie mit und verwandeln Sie die verängstigte, gelähmte Welt in einen Ort der Freude!!
Julia

Tue Gutes – Teil 3

Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder. Sie geben das Empfangene zehnfach zurück.

August von Kotzebue

Die Zeiten sind gerade ungewöhnlich – milde ausgedrückt. Gerade gestern habe ich eine Mail in meinem Hospizpostkasten gefunden. Frau Prof. Dr. Begemann hat uns geschrieben, denn am 15. hätten wir eingentlich eine gemeinsame Veranstaltung gehabt. Die werden wir nachholen!
Dennoch passiert hier was. Das berührt mich immer wieder auf´s Neue. Was für eine Kreativität da entsteht und wie viele Menschen an uns denken.

Wohnzimmerkonzert

Mein Geburtstag am 23. März fiel auf den ersten Tag der Kontaktbeschränkungen. Mein ohnehin geplantes Konzert mit Milou&Flint war schon abgesagt und gemeinsam mit H1 Fernsehen, Grünes Zimmer und Matthias Brodowy gab es ein Wohnzimmerkonzert im Livestream. Bis heute sind
4915.55 Euro an Spenden eingegangen. Im Umschlag, über Paypal, über das Konto, über betterplace. Ich bin total überwäligt und sage allen an dieser Stelle nochmal DANKESCHÖN!!! Auch mit dem Brief von unserer Leitung Kurt Bliefernicht!

#stayathomemarathon

Wir wollten mit zwei Staffeln laufen, jetzt laufen wir zuhause. In unseren wunderbaren Trikots, die uns die Firma Gerd Koch noch gerade fertigstellen konnte. Außerdem haben wir eine Unterstützung für die Trikots von 100 Euro von einem Spender erhalten. Danke dafür!!
Unfassbar, was das Team von Stefanie Eichel jetzt leistet und die erste Startnummer ist auch schon da! Wer uns pro gelaufenen Kilometer dennoch unterstützen möchte, der darf sich gerne bei uns melden oder direkt spenden:

Hospiz Luise
Sparkasse Hildesheim
IBAN: DE91 2595 0130 0039 9993 31
BIC: NOLADE21HIK
Verwendungszweck: Marathon

Hasispende

Das ist sicherlich die rührendste Spende dieser Tage. Viele meiner KollegInnen und ich waren schockverliebt in den Handschmeichler-Hasen einer Patientin. Ich habe mit Erlaubnis ein paar Fotos gemacht und eine Freundin aus Burgwedel hat uns dann einen eigenen Luisen-Hasen genäht. Der muss unbedingt in Serie gehen. Wir sind sehr verliebt und mein Kollege Holger hat wie versprochen das erste Exemplar erhalten. Merci, Claudia!! Die Anleitung gibt es auf ihrer Seite bei KIRADO

Maskenspende

Dann gab es noch die Unterstützung vom NKR. Gleich 20 selbstgemachte Masken, die eine Mitarbeiterin nach ihrem Feierabend näht sind bei uns angekommen und helfen uns bei der täglichen Arbeit. Tausend Dank dafür!!

Wiederholungstäterin

Sandra von Centaurea Cosmetic hat uns auch schon wieder 100,50 Euro überwiesen. Dafür hat sie ihr letztes Trinkgeld und Spenden aus einem Hefedeal gesammelt. Danke dafür, liebe Sandra!

Schokolade

Eine große Spende in Form von Schokolade hat uns vor Ostern erreicht. Ich durfte bei Ikea Großburgwedel eine Wagenladung Schokolade abholen. Meine Freundin Amely hat es vermittelt und die Kolleg*innen von Ikea haben es umgesetzt. Die rechne ich jetzt aber nur auf unsere Hüften – nicht auf die Gesamtsumme. Vielen lieben Dank dafür!!

Damit bin ich bei 10.147,27 Euro von erhofften 25.000 Euro!!!!

Ihr wißt, es fällt in meiner Blogzeit noch einiges aus, aber ich bin ja schon dabei wieder kreativ zu werden. Zum Beispiel bei meiner neuesten Aktion, Minileinwände von Prominenten und KünstlerInnen gestalten lassen. Wer mitmachen will, der schreibe mir einfach eine Nachricht!
25jahrehospizluise@gmx.de

Herzlichen Dank an euch alle und ich freue mich auf weitere kreative Ideen und Unterstützung. Das Leben ist bunt!

Eure Nici

Fotos Nici, Claudia, Jacky & Pixabay

Ostern im Hospiz

Meine erste Aufgabe gestern im Dienst, war mir eine Stoffmaske im Dienstzimmer auszusuchen. Wie ein Teenager bin ich dann zum Wäscheständer im Keller gegangen und habe mir ein wunderschönes Rosenmusterexemplar für den Tag gegriffen, in der Kiste war eben nicht das Richtige dabei.
Ostern im Hospiz. Das ist normalerweise voll von Grün, Blumen, grandioser Dekoration, Eiern mit Namensgravuren, einem Haus voller Besucher*innen, Freude, Geschenken und Festmahl. Auferstehung feiern, jeder auf seine Weise.
Eigentlich schmückt unser Haus zu den Festen Susanne. Susanne arbeitet ehrenamtlich bei uns. In diesem Jahr hat sie uns die Tasche mit der Deko dagelassen und die Nachtschwestern haben das Werk begonnen und wir im Frühdienst haben es beendet. In Ermangelung von Zweigen bin ich früh morgens mit der Gartenschere losgelaufen und habe einige überstehende Zweige mitgenommen. Ein Miniosterstrauch.

Unsere Ehrenamtlichen fehlen uns. Wir ihnen auch. Das sagen zumindest die Karten, die jede Woche bei uns eintreffen. Unseren Patienten und Besucher*innen fehlen die Mitarbeitenden auch. Die schon an der Tür ein freundliches Wort haben. Wissen wo die Besucher*innen hinwollen. Die informiert sind über die aktuellen Ereignisse und die immer ein Ohr haben. Auch für Nichtgesagtes. So eine wertvolle Ressource – einfach weg. Genauso in unseren ambulanten Diensten. Wie verzweifelt die Menschen sich Unterstützung wünschen und dann können Sie diese nicht bekommen. Vielleicht noch telefonisch. Corona bestimmt unseren Rhythmus.

Eine Kollegin vom Bundesverband Trauerbegleitung hat in diesen Zeiten eigens ein Konzept mit einer Gruppe sehr aktiver Menschen entwickelt. Chris Paul und ihr Team bieten eine telefonische Unterstützung für Menschen mit Covid 19 an, die in Quarantäne sein müssen, deren Angehörige und auch für medizinischem Personal. Das lohnt sich in jedem Fall weiterzusagen, deshalb sind hier auch die Informationen dazu. Wir erleben täglich die große Trauer und Last der Angehörigen und Patienten. In der ambulanten Versorgung und in Pflegeheimen potenziert sich das noch. Wenn ihr also jemanden kennt, der erkrankt ist oder in Quarantäne und jetzt Beratung und Hilfe gebrauchen kann – sogar täglich, dann meldet euch dort!

Zurück zu uns. Auch wenn wir nicht in der gewohnten Fülle gefeiert haben, so haben wir doch in einem Moment der Achtsamkeit die Osterkerze entzündet. Eine Riesenkiste mit Schokolade für alle Mitarbeitenden zum Mitnehmen, gestiftet von Ikea Burgwedel, erhellt die Gesichter. Meine Freundin Amely hat den Kontakt vermittelt und Mitarbeiterin Nicole hat mir eine Wagenladung Schokolade geschenkt. Diese kleinen Gesten sind ganz groß in Zeiten wie diesen.
Die Patient*innen haben immerhin ein buntes Ei erhalten und sich beim Ausflug auf die Terrasse an den kleinen Dekorationen im Haus erfreut.
Einige haben auf Nachfrage auch erzählt, was Ihnen Ostern bedeutet. Wie sie es in den Jahren vorher immer gefeiert haben.

Gibt es ein Leben nach dem Tod? In einem Hospiz wird diese Frage oft gestellt. Wir sind nah dran an dem, was danach kommt. Dennoch weiß es keiner genau.
Wie geschockt waren die Frauen damals, als Jesus nicht in der Grabhöhle zu finden war. Darüber haben meine Kollegin Elisabeth und ich beim Frühstück gesprochen. Ich sagte, „vielleicht waren sie gar nicht so erschrocken, weil sie auch viele Wunder erlebt haben“. Wunder gibt es heute auch noch, aber die Menschen sehen sie nicht richtig. Das war unsere Quintessenz.

Morgen werde ich im Büro arbeiten und dann endlich sagen können, was ihr vor Ostern für mein Wohnzimmerkonzert gespendet habt! Ich bin sehr gespannt und freue mich, dass ihr das Video mit Matthias Brodowy immer noch schauen könnt. Besonders an so einem kalten Ostermontag.
Herzliche Grüße
Eure Nici

Fotos: Nici´s Handykamera

Livestream mit Matthias Brodowy geht immer in diesen Zeiten

Eigentlich fallen momentan alle unsere geplanten Veranstaltungen aus. Alternativ könnt ihr euch aber kostenfrei den Livestream mit Matthias Brodowy ansehen. Unterstützt und umgesetzt von Grünes Zimmer und H1 Fernsehen.

https://www.youtube.com/watch?v=NssJfRWyo_0

Passt auf euch auf!

Herzlich

Eure Nici

 

Gute Nacht, Freunde

Diese knisternde Spannung, dieses Popcorngefühl. Roter Punkt auf der Nase und viel zu viele Tage, die er rückwärts gezählt, bis es endlich soweit ist, bis kein Tag mehr fehlt. Das Licht geht aus und der Puls steigt an, die Musik fängt an zu spielen und dann. Manege frei, er mitten drin. Mit Leib und Seele dabei….


Matthias Brodowy

So erlebe ich den heutigen Tag im Rückblick. Seit Tagen haben 3 engagierte junge Menschen von H1 Fernsehen und Grünes Zimmer mit viel Herzblut mein geplantes und abgesagtes Wohnzimmerkonzert mit Milou & Flint zu retten versucht. Sie haben es nicht nur versucht, sie haben es mit Sahnehäubchen und Schokostreuseln versehen.

Die Situation in der Welt ist nicht beispiellos. Kriege haben uns in der Vergangenheit gelähmt. Ich bin Jahrgang 1973 und kenne nur die Not einer alleinerziehenden, früh verwitweteten Mutter und den Folgen. Wir hatten nie Hunger, immer genügend Klopapier und haben viel gerarbeitet. Ich habe geputzt, gekellnert und nachts die Beilagen in Tageszeitungen gefüllt ( allerdings immer zu langsam). Ich habe gelebt, gelitten, gelacht, gespielt, gestaunt und gelernt. Das war eine zu bewältigende Not.

Die Situation momentan ist entschleunigend. Beängstigend. Existenziell bedrohlich für viele. Wir werden lahmgelegt. Ich glaube, weil wir auch einfach zu schnell waren. Auf der Überholspur. Am Leben vorbei. Viele von uns haben Angst. Alles worauf viele gesetzt haben zerinnt wie Sand in den Fingern.

In so einer Situation habe ich Geburtstag und denke an das, was mir wichtig ist. Meine Familie. Freunde. Freunde, die ich lange nicht gesehen habe. Weil sie wie ich, im Job feststecken. Die man 1 Jahr vor einer Feier einladen muss, weil sie sonst schon verplant sind. An meine Arbeit. Wie das wohl weitergehen wird. Ihr könnt euch vorstellen wie meine Sorgenfalte an der Stirn gerade aussieht.
Deshalb habe ich kurzfristig ein Wohnzimmerkonzert mit Matthias Brodowy organisiert. Habe Jan-Ole Harmening von Grünes Zimmer gefragt, ob er das technisch irgendwie organisieren kann. Meine Tochter und ihre Kollegin von H1 Fernsehen gefragt, ob sie helfen können.
Einige Menschen sagen mir, dass ich eine tolle Arbeit als Fundraiserin mache. Mag sein. Aber nach drei Tagen mit Merle, Pia und Ole möchte ich das relativieren. Ihr drei seid strahlende Vorbilder für die Jugend. Uneigennütizig und engagiert habt ihr unser Haus eingenommen und 3 Tage geackert, probiert, aufgebaut, Probe-gestreamt, geklebt und beleuchtet. Frustiert, amüsiert und positiv gestimmt habt ihr das gewuppt und dermaßen professionell gearbeitet, dass mir die Worte fehlen.

Das war so lebendig, emotional und liebevoll. So ist es auch gerade im Hospiz. Wir sind erschlagen von den Nachrichten. Unsere Patienten auf einer Insel der Unsicherheit. Nicht nur die Krankheit, die zum Tode führen wird. Auch die Ungewissheit, wielange die Liebsten noch zu Besuch kommen dürfen. Wann verzeichnen wir den ersten Fall von Corona, müssen wir in Quarantäne oder arbeiten wir Krankenschwestern und Pfleger bald in Notstationen?

Was ich sicher weiß. Ich bin so unfassbar dankbar. Für das Leben, das Licht, die Liebe und Menschen, die sich darauf besinnen eben diese Dinge auch zu schätzen. Ich vertraue auf die Politik, ich habe Hochachtung vor Frau Merkel und ihrem Team. Lassen wir uns nicht ängstigen, sondern nehmen wir diese Wende in unser aller Leben als Chance.
Das klingt pathetisch, aber es ist auch schon spät und ich hatte einen langen und erfüllten Geburtstag.
Dafür danke ich allen, die mich so selbstlos und liebevoll unterstützt haben und die mich mit lieben Worten bedacht haben!

Herzlich durch die Nacht (so sagt mein Freund Marcus Sternberg immer)

Eure Nici

P.S. und ich wäre keine gute Fundraiserin, wenn ihr nicht die Spendenmgöglichkeiten hier finden würdet:

PayPal: spenden@hospiz-luise.de
Betterplace
Auf der Website

Ver-rückt

Unbekümmert und eifrig haben sich heute Morgen zwei Amseln auf meinem Spaziergang bemerkbar gemacht. Der Frühling hält Einzug. Dort wo mir sonst morgens viele Menschen begegnen war es einsam. Blauer Himmel, Sonnenschein. Das erste Grün in den Bäumen, rosa Blüten.

Auf diesen Spaziergängen entstehen oft Ideen für meine Tätigkeit als Fundraiserin. Heute habe ich nur gedacht. Verrückt. Alles ist tatsächlich ver-rückt. Jeden Tag gibt es neue Nachrichten, verrückte Reaktionen der Angst und Panikmache. Als Krankenschwester gehe ich normal arbeiten. In ein paar Tagen sind es nur noch bestimmte Berufsgruppen, die arbeiten gehen werden.

Meine Mama war letztes Jahr sehr krank und wir haben gestern telefoniert. Die Isolation zuhause steckt sie noch ganz gut weg. Bei unserem Telefonat saß sie in der Sonne auf dem Balkon. Fast erwartet man in diesen Zeiten, dass die Welt aufhört sich zu drehen, die Sonne aufhört zu scheinen. Die Natur bleibt unbeeindruckt. Es ist jetzt an uns, das Beste aus der Situation zu machen. Für viele geht es um Existenzen. Ich vertraue auf die Politik, die Unterstützungen schon zugesagt hat.
Wir selber könnten auch etwas tun. Kleinigkeiten. Zeichen setzen. Mein to do Liste sieht folgendermaßen aus:

-Gutscheine meiner Lieblingsrestaurants einkaufen ( danke für den Tipp Anne🙃)
-Musik und Hörspiele von Lieblingskünstler*innen runterladen
-Jeden Tag einen lieben Menschen anrufen
-meine Nachbarn fragen, ob ich etwas für sie besorgen kann
-mein Arbeitszimmer fertig aufräumen (optional)
-jede Woche ein Buch lesen
-spielen
-jeden Tag Sport machen (ab morgen sicher)
-versuchen dennoch eine Veranstaltung stattfinden zu lassen – womöglich als Livestream
-weiter motiviert ins Hospiz zu gehen und meinen Humor behalten
…..was steht auf deiner Liste?

Keine Konzerte mehr besuchen, die Lieblingsreise absagen, Freunde nicht mehr treffen. So ist es für Menschen, die eine schwere Erkrankung haben und dann vielleicht zu uns kommen. Nur, dass in diesem Fall alle um sie herum weitermachen. Jetzt sitzen wir alle im selben Boot.
Unsere Patienten dürfen noch Besuch von engsten Familienangehörigen bekommen. Sitzen in der Sonne, genießen das selbstgekochte Essen aus dem Vinzenzkrankenhaus. Wir haben auch noch Klopapier. Frühstückseier (danke an Inga) und jeden Nachmittag Kuchen. Der Verkehr wird weniger. Dafür füllt sich der Garten. An windgeschützten Plätzen wird Cappuccino getrunken, gelacht und Zeit miteinander verbracht.
Ver-rückt.
Ich bin zuversichtlich, dass wir das durchstehen. Die Meisten von uns haben das so noch nicht erlebt. Wir müssen besonnen bleiben. Schwer erkrankte Menschen mögen Hilfe in den Krankenhäusern bekommen, weil die Panikmacher ruhig bleiben.

Foto Thomas Rodriguez


Matthias Brodowy und ich planen für den 23.03. ein kleines Konzert. An diesem Tag war ohnehin ein Wohnzimmerkonzert bei mir geplant. Mein Geburtstagsgeschenk. Zugunsten des Hospiz Luise wollte ich meine Gäste um eine Spende bitten. Das muss ich jetzt absagen. Wie eigentlich alle meine Veranstaltungen.
Aber als Livestream ist es vielleicht jetzt doch möglich. Wir arbeiten daran. Wenn alles klappt, dann informieren wir euch. Unterstützt werden wir von Grünes Zimmer. Alles mit viel Abstand, aber etwas fürs Herz muss sein in diesen Zeiten!

Passt auf euch auf, in diesen besonderen Tagen und habt einander lieb, seid respektvoll, habt Vertrauen und Zuversicht.

Eva Terhorst

Herzlich Eure Nici

P.S. Gestern hat uns eine Angehörige Schokolade geschenkt und eine Karte dazu geschrieben. Das Gedicht auf der Karte ist so wunderschön, dass muss ich euch zum Abschluss noch weitergeben.

Begegne dem, was auf Dich zukommt nicht mit Angst.,
sondern mit Hoffnung.

Franz von Sales

Elisabeth Wächter