Benefiz Versteigerung

Unter der Schirmherrschaft von Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister der Stadt Hannover a. D., freuen wir uns auf eine Versteigerung von Ministaffeleien zugunsten des Hospiz Luise. Die ersten Staffeleien sind schon unterwegs und werden hoffentlich bald zurückkommen.
Besonders freue ich mich, dass Martina Gilica die Moderation übernehmen wird!

Versteigert werden die kleine Unikate in einer online Version der Stillen Auktion. Wir freuen uns über die Unterstützung von Sabrina Behm und ihrem Team!
Vor 19 Jahren gab es schon mal eine solche Veranstaltung im Rathaus – zu diesem Zeitupunkt wurden Masken versteigert. Da die Meisten Jubiläumsveranstaltungen ausfallen mussten, hoffen wir auf eine rege Beteiligung. Es wird auch eine Möglichkeit geben online zu bieten. Diese Veranstaltung wird die Schlussveranstaltung meines Jubiläumsblogs sein!

Wer eine exclusive Einladung zum Versteigerungsportal erhalten möchte, der kann sich gerne schon per Mail bei mir anmelden! Ab dem 14. Oktober sind die Daten erhältlich. 25jahrehospizluise@gmx.de

…weil jeder Cent zählt…

 

Bereits dabei: Markus Becker, Hennes Bender, Matthias Brodowy, Angelika Bungert-Stüttgen, Chantal Däubner, DELLA, Hans Dienemann, Maike Dudek, Freundeskreis Hannover, Michael Gerlach, Martina Gilica, Mandy Grune, Petra Grunden-Böing, Helme Heine, Clara und Hendrik Hoppenstedt, Wolfgang Joop, Margot Käßmann, Holger Koch, Iris Klöpper, Karin Krummer-Trull, Heinz Rudolph Kunze, Uwe Lang, Udo Lindenberg, Klaus Meine von den Scorpions, Herr Momsen, Hubertus Meyer-Burckart, Lena Meyer-Landrut, NDR Radiophilharmonie, Elena Nozon, Nina Lesley Lombardo, Achim Mogge, Mariarita Muscas, Sigfried Neuenhausen, Elena Nozon, Orange Blue, Otto, Alex Popp, Pedro Prüser und Susanne Nülle, Sandra Quadflieg, Nerissa Rothhardt, Barbara Schöneberger, Ingo Siegner, Sylvia Sobbek, Uli Stein, Eva Terhorst, Lisa Tilicke, Dr. G. Trivias, Angelika Vogt, Madita van Hülsen, Eckart von Hirschhausen, Tobi Wagner, Ole West, Yolande, Bischof Heiner Wilmer, Charlotte Wielage, Laura Zacharias …

Hospiz – Quo vadis?

Podiumsdiskussion u.a. mit Prof. Dr. med. Friedemann Nauck (Palliativmedizin GeorgAugust-Universität Göttingen), Dr. med. Rainer Prönneke (Chefarzt medizin. Klinik Krankenhaus Marienstift Braunschweig), Claudia Schröder (Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung), Kurt Bliefernicht (Leitung Hospiz Luise)

Wenn wir auf 25 Jahre stationärer Hospizversorgung in Niedersachsen zurückblicken, sehen wir, wie sich aus vielen mutigen Initiativen eine neue Institution des Gesundheitswesens entwickelt hat. Dies ist ein großer Erfolg und es stellen sich gleichzeitig neue Fragen: Sind wir dabei, das Sterben zu institutionalisieren? Die Hospizbewegung wollte das Sterben zurück ins Leben holen – ist ihr das gelungen? Welche Ziele sollte sie in der Zukunft anstreben?

Forum St. Joseph, Isernhagener Straße 64, Hannover Freier Eintritt, um Spenden wird gebeten

Wege

Mein Name ist Manuela Mehrtens und seit 23 Jahren darf ich hier im Hospiz Luise als Krankenschwester arbeiten. Zuvor war ich lange Zeit in einer großen Klinik in Hannover tätig. Damals fragte ich mich immer wieder – gibt es einen Ort, an dem Menschen in Würde, selbstbestimmt und mit erfüllten Tagen ihre letzte Lebenszeit verbringen können, wenn dies nicht zuhause möglich ist?

Jahre zuvor war ich durch einen Benediktinermönch auf den geplanten Bau des Hospizes aufmerksam gemacht worden. Bruder Willibrord war den Menschen auf meiner Klinikstation immer wieder ein großer Seelentröster. Nach einigen Gesprächen und Begegnungen mit ihm machte ich mich auf den Weg und fuhr mit meinem Käfer zu diesem Hospiz.
Dort stand die damalige Gründerin Sr. Katharina Maria an ein Auto gelehnt und ich sprach sie an und zeigte mein Interesse an der Hospizarbeit. Tage später durfte ich Probe arbeiten und was soll ich sagen, es war einfach so wohltuend diesen Dienst tun zu können und dürfen.
Die Begegnungen waren leicht und voll Wärme und Offenheit. Das Thema Tod wurde in den Alltag integriert und ja, mir viel gleich auf, hier wird gelebt und es darf auch gelacht werden neben den traurigen Momenten.

23 Jahre später komme ich immer noch sehr gerne an diesen Ort, um mich mit meinen Möglichkeiten einzubringen, Menschen auf unterschiedliche Weise zu begleiten. Neben traurigen Momenten habe ich so viele schöne und bereichernde Begegnungen erleben dürfen. Von einer Geschichte möchte ich gerne ein wenig erzählen. Eine junge Mutter war bei uns Patientin und bevor sie zu uns kam, sorgte sie für einen Pflegeplatz für ihre 12jährige Tochter. Als es ihr schlechter ging und der Geburtstag der Tochter anstand, war es für sie ganz wichtig, den neuen Lebensort der Tochter noch einmal zu besuchen und dort mir ihr zu feiern.
Gesagt – geplant – gemacht.
Meine Kollegin Brigitte und ich fuhren gemeinsam mit ihr in unserem neuen Caddy durch die Winterlandschaft. Sie mochte Peter Maffay und es war klar, dass seine Musik mitmusste. Gut gelaunt kamen wir an und wurden schon von einigen kleinen Erdenbürgern aufgeregt erwartet. Jeder hatte eine kleine Tischkarte auf dem Teller: „Mama, Pflege 1 und Pflege 2“ 🙂
Ein kleiner Mitbewohner, ca. 4 Jahre alt, sollte ganz verhalten und schüchtern fremden Menschen gegenüber sein. Nach ein paar Minuten hörte ich ihn mit Brigitte in seinem Zimmer auf dem Boden Auto spielen und laut brummen. Ich durfte die kleinste Dame (ca. 1,5 Jahre) auf dem Schoß halten und wir probierten uns an Seifenblasen.
Frau R., unsere Patientien, strahlte inmitten der Geburtstagsgesellschaft und ihre Tochter Julia hatte soviel zu erzählen und war glücklich über die mitgebrachten Geschenke. Sie spielte Fußball und so gab es auch ein cooles Trikot. Der Nachmittag ging viel zu schnell zu Ende und als wir auf dem Heimweg waren, äußerte Frau R. den Wunsch so gerne nochmal zu Mc Donalds zu wollen.
Gesagt – getan- begleitet von Peter Maffays „Über sieben Brücken musst du gehen“
Ich glaube sie hatte zwei Riesenburger- viel zu viel an Menge- aber einfach nur glücklich für den Moment.

Eine kurze Zeit verging und als ihre letzte Lebensnacht begonnen hatte, saß ihre eigene Pflegemutter an ihrem Bett und sang ihr Kinderlieder vor, bis der letzte Atemzug geschehen war. In dieser Nacht hatte ich Nachtdienst und trotz aller Traurigkeit war es ein so großes Geschenk, diese tiefe Verbundenheit und Liebe zwischen zwei Menschen erleben zu dürfen.
Im nächsten halben Jahr gab es noch einen Besuch bei Julia, die uns das Grab ihrer Mama gezeigt hat. Zu unserem traditionellen Sommerfest kam Julia dann auch und flog mir in die Arme, um mich zu begrüßen. Das sind so unglaubliche Momente, die mich bewegen und in denen ich weiß, dass das was ich hier gemeinsam mit einem tollen Team tun darf, etwas ganz Besonderes sind. Dankbar bin ich für all die Begegnungen und diese besonderen Momente im Leben von Menschen, die ihr Vertrauen in unsere und meine Hände legen und meistens bewusst ihren letzten Weg gehen.

Carpe diem
Manuela Mehrtens

P.S. Danke für diesen schönen Text, bis bald
Herzlich,
Nici

„Ins Dunkel? Ins Licht?“ – Sterben und Tod im Spielfilm

Referent: Dr. theol. Kurt W. Schmidt, Zentrum für Ethik in der Medizin des DW Frankfurt

Seit Anbeginn der Filmkunst wird auf der Kinoleinwand gestorben. Allerdings wird hier das Sterben nicht dokumentiert, sondern inszeniert. Jeder Blick, jede Geste, jedes Wort ist überlegt. Doch was genau wird gezeigt, wenn im Spielfilm und in TV-Serien gelitten, gestorben, begraben und getrauert wird? Kommunales Kino – Kino im Künstlerhaus, Sophienstraße 2, Hannover Freier Eintritt, um Spenden wird gebeten

Von einem Wagnis (das) zum Beispiel (wurde)

Heute gibt es einen Gastbeitrag aus unserer Festschrift von Kurt Bliefernicht, Gesamtleitung, Hospiz Luise

Der Anfang war für uns ein Wagnis. So die Aussage unserer damaligen Generaloberin Sr. M. Isidora Hebenstreit, als die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Hildesheim die Entscheidung traf: Ja, wir gründen das erste stationäre Hospiz in Niedersachsen. Ein Haus für 8 Patienten soll entstehen, denen wir mit unserer christlichen Grundhaltung begegnen, wo Körper, Geist und Seele in den Blick genommen werden, Fragen nach dem Sinn des Lebens ihren Platz finden und in dem die Themen Schmerztherapie und Symptomkontrolle ebenso im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen werden.
Meine Vorgängerin, die damalige Ordensschwester Sr. Katharina-Maria Hanne war es, die schon Ende der 80er Jahre die Idee hatte, ein stationäres Hospiz zu gründen. Es gelang ihr, ihre Mitschwestern davon zu überzeugen. Als ein Einfamilienhaus neben dem Vinzenzkrankenhaus in Hannover Kirchrode zum Kauf angeboten wurde, war der Erwerb dieses Hauses der erste Schritt zur Verwirklichung dieser Idee. Ab dem 3. November 1994 sollten die ersten Patient*innen einziehen. Mit hohem persönlichem Engagement hat Sr. Katharina-Maria vom Beginn an das Hospiz in seinen ersten neun Jahren aufgebaut. Sie hat sich auch auf Landesebene für die Verbreitung und Verankerung der Hospizarbeit eingesetzt. Mit dem Austritt aus der Gemeinschaft der Vinzentinerinnen im Jahre 2003 hat Sr. Katharina Maria die Leitung des Hospizes abgegeben.
Hausansicht 1994

Meine persönliche Begegnung mit dem Hospiz Luise begann im Juni 1994 mit einem vagen Hinweis auf die Initiative der Gründung eines stationären Hospizes in Hannover. Ich war neugierig geworden und so fuhr ich von Bremen nach Hannover und schaute mir die Baustelle des zukünftigen Hospiz Luise an. Die Gespräche mit Sr. Katharina-Maria, Sr. M. Alexandra und zwei weiteren späteren Kolleginnen bestärkten mich in dem Wunsch, hier zukünftig mitzuarbeiten und den Aufbau mit zu gestalten. Die Begleitung sterbender Menschen war für mich nicht neu. Ich hatte durch meine ambulante pflegerische Tätigkeit bereits viele Erfahrungen darin sammeln können und ich war bereit und willens, mich ausschließlich auf diesen Bereich pflegerischer Tätigkeit zu konzentrieren. Der Anfang war ein Wagnis für uns alle. Über die Einladung zum Eröffnungstag der offenen Tür stand damals ein Wort von der Ordensgründerin der Vinzentinerinnen der heiligen Luise von Marillac: „Ermutigen wir uns gegenseitig mehr durch unser Beispiel als durch Worte.“ Das bedeutete für uns im Miteinander vor allem voneinander zu lernen und uns mit unseren bisherigen Erfahrungen gegenseitig zu bereichern. Wir waren mit vielen Fragen konfrontiert, die auch für uns neu waren wie z. B. „Was braucht der einzelne Mensch am Lebensende?“ „Welche Sicherheiten können wir den Patienten geben, wenn sie bei uns aufgenommen werden mit Ihren An- und Zugehörigen?“. Das waren und bleiben wichtige Themen unserer Hospizarbeit. Später haben wir diese Erfahrungen zu gemeinsamen formulierten Zielen zusammen gefügt. Daraus ist unser Leitbild entstanden, später die Qualitätsarbeit und das Gütesiegel.
Verleihung des Gütesiegels - Dörfler- Zu meinem Glück
Der Anfang war ein Wagnis auch aus finanzieller Sicht. Mit dem Einzug der ersten Patient*innen im November 1994 gab es noch keine Regelfinanzierung, was für uns heute unvorstellbar ist. Es fanden zwar Gespräche mit den Kostenträgern statt, aber es gab nur Einzelfallentscheidungen auf der Basis der damaligen Tagessätze für Kurzeitpflege. Das änderte sich erst im Verlauf des Jahres 1995. Heute, 25 Jahre später, sind wir per Gesetz eine Einrichtung der Regelversorgung. Das bedeutet für uns eine große Sicherheit, aber keine vollständige Kostendeckung. Wir sind weiter auf tatkräftige Unterstützung und Spenden angewiesen. Ehrenamtliche Tätigkeit ist ein wichtiger Stützpfeiler unserer Arbeit im Hospiz. Schon im ersten Jahr nahmen die ersten im Hause geschulten Ehrenamtlichen ihren Dienst im stationären Hospiz Luise auf. In den vergangenen Jahren haben wir ehrenamtliche Begleitung und Unterstützung auch in der häuslichen Betreuung und in der Trauernachsorge etabliert. Auch bei der Vorbereitung und Durchführung zahlreicher Feste sowie bei der Pflege und Gestaltung unseres großen Gartens freuen wir uns über vielseitige und tatkräftige ehrenamtliche Unterstützung.
Ohne das Engagement Ehrenamtlicher, das erfahren wir tagtäglich, gäbe es weder stationäre noch ambulante Hospizarbeit. Neben aktiver ehrenamtlicher Unterstützung in unserem Alltag freuen wir uns seit Bestehen des Hauses über vielfältige ideelle und materielle Unterstützung. Bereits in unseren Gründungsjahren hat sich ein Freundeskreis gegründet, der durch regelmäßige Spenden unsere Arbeit unterstützt. Seit über 20 Jahren steht uns der Lions Club Hannoververlässlich zur Seite.
Die Mitarbeitenden des Kinderzirkus Salto, der regelmäßig bei unserem Sommerfest auftritt und mit einer Sachspende zur Versorgung der Patient*innen im stationären Hospiz beiträgt, sind uns ebenso treu wie die Frauen des Ladies Circles 27 mit Ihrer Unterstützung beim Küchenbuffet. Auch der Round Table 197 Hannover engagiert sich jedes Jahr am Grill, um die gespendeten Würstchen lecker zuzubereiten und zu servieren. Darüber hinaus können wir uns über viele spontane Zuwendungen und Spenden freuen.
Sommerfest 2019 -Wichtig - Kopie

Das Hospiz Luise war das erste stationäre Hospiz in Hannover und in Niedersachsen, dem bald weitere Gründungen folgten, die sich teilweise Rat und Anschauung bei uns holten. Wir waren und sind froh über ein Netzwerk von Kollegen und Gleichgesinnten in der Region und im Land, mit denen wir einen kollegialen Austausch pflegen. Persönlich erinnere ich mich nach 25 Jahren Hospizerfahrung an viele frohe, erheiternde aber auch traurige und schwere Situationen. Wir geben unseren Patienten die Zusicherung, dass wir bei Ihnen bleiben, auch wenn sich andere abwenden. Manchmal finden wir keine Möglichkeit auf Fragen zu antworten, Trost zu spenden oder schwierige Situationen aufzulösen, aber dann gehen wir nicht weg, sondern bleiben an der Seite des Patienten und seiner Angehörigen. Manchmal bleibt uns nur das gemeinsame Aushalten. Als überzeugter Christ habe ich die Möglichkeit, solche Situationen abzugeben, was ich als große Entlastung erlebe.
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Ermutigen wir uns gegenseitig mehr durch unser Beispiel als durch Worte. Wir haben die Pionierphase, in der alle für alles zuständig waren, hinter uns gelassen. Wir haben Verantwortung aufgeteilt, Zuständigkeitsbereiche innerhalb des Hauses definiert und Strukturen geschaffen, die uns helfen, uns unseren Kernaufgaben intensiver zu widmen. Dadurch haben wir für Transparenz gesorgt, die wir in der Zusammenarbeit dringend brauchen. Wir sind eine große Institution geworden mit insgesamt 89 Mitarbeitenden aus Haupt- und Ehrenamt. Im Laufe dieses Wandlungsprozesses mussten wir uns von liebgewordenem Altem, von Gewohnheiten und scheinbar Selbstverständlichem verabschieden, was nicht immer leicht war. Dabei unterstützt haben uns regelmäßiger gemeinsamer Austausch in Dienstbesprechungen und Qualitätszirkeln, sowie Supervisionen und extern moderierte Workshops. Wir treffen dabei auch immer wieder auf die Frage: Wie lange kann und sollte man diese Aufgabe wahrnehmen? Wieviel Tod verträgt ein Mensch? Diese Fragen zu reflektieren ist und bleibt Aufgabe jedes einzelnen Mitarbeitenden, sie ist nicht allgemein zu beantworten.
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Ermutigen wir uns gegenseitig mehr durch unser Beispiel als durch Worte Wir freuen uns, dass unsere Pionierarbeit für viele andere zum Beispiel wurde. Ich werde oft gefragt: Brauchen wir nicht noch mehr stationäre Hospize? Es fällt mir schwer, auf diese Frage mit einem eindeutigen „Ja“ zu antworten. Ich glaube wir brauchen vorrangig das, was auch vor 25 Jahren bereits wichtig war: Wir brauchen eine hospizliche Haltung in allen Bereichen und Einrichtungen, in denen Menschen begleitet werden und sterben. Und jede – jeder von uns braucht den Mut, sich mit dem Lebensthema Sterben und Tod auseinanderzusetzten. Ich glaube, dann werden auch Fragen nach mehr Hospizeinrichtungen nicht mehr im Vordergrund stehen, weil die Idee auch in anderen Einrichtungen leben kann. Ein fernes Ziel? Wir haben in den vergangenen 25 Jahren durch vielfältige Aktivitäten vielen Menschen Mut gemacht, sich diesen drängenden Fragen zu stellen und ich glaube, wir sind damit auf einem guten Weg. Wir sind mit diesen Anliegen nicht alleine, es gibt viele Gleichgesinnte in regionalen, landes – und bundesweiten Netzwerken und politischen Vertretungen. Abschließend möchte ich allen Schwestern von der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Hildesheim DANKE sagen im Namen aller Mitarbeitenden aus dem Hospiz Luise für den Mut, den sie vor 25 Jahren hatten. Ich danke meiner Vorgängerin für die ersten Schritte, sowie den drei Generaloberinnen Sr. M. Isidora Hebenstreit, Sr. M. Hildegard Theinert und unserer derzeitigen Generaloberin Sr. M. Teresa Slaby mit ihren Ratsschwestern und der gesamten Verwaltung des Mutterhauses für die kontinuierliche und zuverlässige Unterstützung und ich danke für jedes Gebet. Nicht zuletzt gilt mein ganz persönlicher Dank jedem einzelnen Haupt – und Ehrenamtlich Mitarbeitenden. Ebenso danke ich meinen beiden Leitungskolleginnen Anja Bohlen-Bruchmann und Maike Dudek für ihren Einsatz für das Haus und seine Weiterentwicklung. Dank an Ute Reimann für den Aufbau des Ehrenamtlichen Dienstes, der Trauerarbeit und ihren Einsatz auf Landesebene. Sie alle tragen mit Herz und Hand dazu bei, dass das Hospiz Luise weiter ein lebendiger Ort des Lebens im Angesicht des Todes ist. Ich bin sehr dankbar mit diesem Team das Hospiz Luise zu leiten und freue mich auf die Herausforderungen der Zukunft.
Kurt Bliefernicht
Gesamtleitung Hospiz Luise
Kurt

„Ermutigen wir uns gegenseitig mehr durch unser Beispiel als durch Worte“

Im nächsten Beitrag wird es um Abschied gehen, bis dahin
Herzlich Eure Nici

Letzte Wünsche

Fotos: Hospiz Luise, Britta Krämer und ich

Was für ein besonderes Gefühl, sich um die Wunscherfüllung zu kümmern, den Wunsch zu realisieren und anschließend zu erfahren, wie glücklich der Gast und seine Familie waren. Da bekomme ich das Grinsen nicht aus meinem Gesicht. Und das, obwohl ich gar nicht dabei war!
Antje Doß, Hospizkoordinatorin ambulanter Hospiz und Palliativdienst Malteser
Projekt Herzenswunsch-Krankenwagen

Mit Antje Doß habe ich schon vor Jahren zusammengearbeitet und sie nie aus den Augen verloren. Jetzt melden wir uns öfter bei ihr oder ihrem Kollegen Christoph Mock. Dann brauchen wir den Wünschewagen, um schwerkranken Patienten einen letzten Wunsch zu erfüllen.
Vor kurzem hat das Team kurzfristig organisieren können, dass eine Patientin nochmal nach Hause konnte. Medizinisch betreut und begleitet von meiner Kollegin Anne und dem Team des Herzenswunsch Krankenwagen. Nochmal im eigen Bett liegen, den Duft der Wohnung, eines Lebens, wahrnehmen. Bilder im Regal anschauen, die ein Leben – oft ein viel zu kurzes – erzählen.
Aber auch zum Elton John Konzert ist der Wagen gefahren, zu einem Besuch auf die Pferdekoppel, oder zum Steinhuder Meer. Manchmal ist ein letzter Wunsch auch eine Ausstellung der eigenen Bilder bei uns.

Das geht uns unter die Haut. Meistens ist jemand von uns mit dabei. Da sehen wir Freude und Trauer. Es ist das letzte gemeinsame Konzert oder ein letzter Besuch zu Hause. Besondere Stunden, die nochmal voller Leben sind und Erinnerungen für die Zugehörigen schaffen, die zukünftig ihr Leben ohne den anderen gestalten. Neue Rituale finden, Raum für die Erinnerungen schaffen und weiterleben. Wir freuen uns über die Berichte der Kolleg*innen, schauen die Fotos an und lassen uns alles haargenau erzählen.
Manchmal werden Erinnerungen als Tatoo auf den Körper gebracht. Berührend für mich, die Geschichte einer Patientin, die sich erst bei uns tätowieren ließ. Dominik von Barrys Tattoo Twister hat einen Hausbesuch bei uns gemacht und die Initalien der Familie zieren jetzt den Unterarm der Patientin. Wie tröstend, dass es möglich war ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Die Stimmung im Zimmer war ähnlich wie in einer Bahnhofshalle, weil wir alle mal gucken wollten.

Oder wir fahren ins Fußballstadion, gehen nochmal die Lieblingsnudeln essen oder helfen ein Wochenende zuhause zu organisieren. Oder sind manchmal leider auch nicht schnell genug. Auch das passiert. Dann ist der Tod schneller.
Das zu erleben macht mich in meinem Leben achtsamer. Ich warte nicht lange, meine Wünsche zu erfüllen, Sätze zu sagen oder jemanden zu umarmen. Keiner von uns weiß ja, was uns vorbestimmt ist und ich finde es erstrebenswert mindestens 1x am Tag etwas Gutes zu tun, für andere und für mich.

Vorgestern hat mich jemand gefragt, wie ich diese Arbeit machen kann? Wie ich damit umgehe? Eigentlich ganz gut, ich habe ja noch eine andere Teilzeitstelle und kann meine Energie oftmals auftanken. Manchmal gelingt das auch nicht so gut und dann kann auch ich mich nicht so gut schützen. Oder wenn wir viele junge Patient*innen haben. Das ist schwer.
Einmal hatten wir einen Patienten, dem wir auch einen Wunsch erfüllen konnten. Clemens war sein Name. Mein Kollege Hans-Jörg und ich sind mit ihm ins Sealife gefahren. Mit der Bahn. Im Frühling. Daran denke ich oft, wenn ich mal traurig bin. Weil er so voll Lebensfreude alles aufgesaugt hat. Mit einer geistigen Einschränkung war er wie ein Kind und dabei so klug und weise. Definitv hat er mein Herz gestohlen, mich zum Lachen und Weinen gebracht.

Die Parole dieses Beitrages kann nur heißen: Geht raus und lebt, erfüllt euch kleine und große Wünsche, seid verrückt, liebt und streitet euch, habt Mut, sagt mal „nein“ und lacht und weint.
Unterstützt die, die euch brauchen. Überrascht die, die nicht mit euch rechnen. Umarmt Bäume und knuddelt die Katze oder auch mal die Verkäuferin  – warum denn auch nicht?
Danken möchte ich den Menschen, die uns dabei helfen letzte Wünsche zu erfüllen. Sie schenken uns Karten, ihre Plätze im Stadion oder unterstützen uns finanziell.
Gerade ganz tief berührt, bis nächste Woche,

herzlich
Eure Nici

P.S. Uns könnt ihr natürlich immer noch bei unseren Wünschen unterstützen und uns eine kleine Spende zukommen lassen. Von Herzen Dank dafür!

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Roncalli hat uns dieses Jahr Karten für einen Besuch geschenkt – unvergessliche Momente

Tue Gutes und rede darüber!

Kaum war mein Blog 15 Tage jung, habe ich schon die ersten Spenden annehmen dürfen!

Die erste Aktion war die absolut einzigartige Idee von Sven Friedrich Cordes einen Sarg zugunsten des Hospiz Luise zu versteigern. Gestaltet von Mansha Friedrich und Gästen hat das schöne Stück ein Jahr lang in der Galerie gestanden, bevor er am 02. November für 500 Euro seinen Besitzer wechselte und jetzt eine Weinbar wird. In der Galerie metavier hatten meine Kollegin Manuela und ich jedenfalls einen richtig tollen Abend. Danke, lieber Sven für diese großartige Idee!
Spendenertrag: 500 Euro Versteigerungserlös plus 50,50 Euro in meinem Schweinchen

30 Jahre Mauerfall – Party mit Spendenschweinchen

Meine Kollegin Kerstin, die bei unserem Ambulanten PalliativDienst arbeitet hat auch gleich ein Schweinchen bestellt und es mit zu einer besonderen Feier genommen. Neben Lagerfeuer und einem köstlichen Essen haben die Freunde von Kerstin 30 Jahre Mauerfall gewürdigt und nebenbei unser Schweinchen liebevoll gefüttert. Danke dafür!!
Spendenertrag: 200 Euro und viele weitere Ideen, wo das Schwein noch Gast sein kann

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Hannoverscher Carnevals Club sammelt beim Tiergartenfest

Beim Tiergartenfest konnte für 0,50 Cent das Glücksrad gedreht werden und viele Kinder erhielten ein wunderschön geschminktes Gesicht. Möglich machten das die Mitglieder des HCC. Der Erlös war für das Hospiz Luise bestimmt. Was für ein toller Einsatz! Die Übergabe fand im Leonardo Hotel Hannover am Tiergarten statt und ich danke Dirk Knappert und seinen Mitarbeitenden für den netten Rahmen der Scheckübergabe. Merci an den HCC!
Spendenübergabe von 535,72 Euro plus 30 Euro spontan Spende

Das macht nach Adam Ries schon eine Summe von 1316,22 Euro!!!

Ein weiteres Schweinchen durfte ich diese Woche nach Burgdorf in die Haarschneyderei von Nicole Lang bringen. Dort wird es jetzt in der Hannoversche Neustadt 14 für uns sammeln. Herzlichen Dank auch dafür!

Jetzt seid Ihr dran! Ich suche noch weitere Geburtstagskinder, Partymäuse, Hochzeitspaare, Geldverschenker und Schweinehüter! Unterstützt mich bei meinem Ziel 25.000 Euro für das Hospiz Luise in Hannover zu sammeln. Ich freue mich über Eure Mail an mailto:25jahrehospizluise@gmx.de. Gerne bringe ich Euch die Schweinchen und berichte auch über Euch, Euer Geschäft oder wo auch immer Ihr sammeln möchtet…Weihnachtsfeiern sind doch auch eine gute Möglichkeit 😉

Tue Gutes und rede darüber, ich kann es gar nicht oft genug schreiben. Danke an alle, die mit mir unterwegs sind, sein werden und über die ich berichten darf.

Herzliche Grüße

Eure Nici

BVT (27)

Fotos: Leonardo Hotel und ich

Auftakt

1994 – 2019 Hospiz Luise – Dankgottesdienst und Empfang

Nach über einem Jahr Vorbereitungen hat gestern die erste Veranstaltung stattgefunden. Ein Dankgottesdienst mit anschließendem Empfang in der schönen St. Joseph Kirche und dem dazugehörigen Forum.

Schon bei der Begrüßung der Gäste durch Hospizleiter Kurt Bliefernicht und Generaloberin Schwester M. Teresa war Wiedersehensfreude, Aufregung und Dankbarkeit zu spüren. Dankbarkeit für 25 Jahre Hospiz Luise.
Vorbereitet durch die Seelsorgegruppe unseres Hauses konnten wir einen berührenden und kraftspendenden Gottesdienst unter der Leitung von Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ feiern.
Wenn eine große Gemeinde gemeinsam singt, betet oder der Musik lauscht, dann erleben wir Gemeinschaft. Wenn eine Gruppe von 89 Mitarbeitenden aus dem Haupt- und Ehrenamt Menschen in den letzten Tagen und Wochen ihres Lebens begleitet, dann gelingt das auch nur in Gemeinschaft. So wie in der Luise.

Im Forum gab es dann ein Gläschen mit Sekt oder Saft in die Hand und ein paar Ohnmachtshappen standen bereit, denn alle Ehrengäste hatten ein Grußwort vorbereitet. In der Planung war mir persönlich schon etwas mulmig bei der Länge von 5 Beiträgen und Kurt Bliefernichts Abschluss und Übergang. Aber es hat sich alles gefügt und die Gäste hörten kurzweilige, erheiternde, nachdenkliche und wohltuende Beiträge. Dafür bin ich so dankbar. Diese 25 Jahre sind so voll von Geschichten, beginnend in der ungewissen Pionierzeit bis heute. Voll des Lebens muss man sagen, und gestern auch mit dem notwendigen Humor und Leichtigkeit vorgetragen – neben dem Schweren in unserer Arbeit braucht es auch diesen Anteil.

Unser Schirmherr Ministerpräsident Stephan Weil musste sich leider entschuldigen, aber dafür gab es Grußworte der Sozialministerin Frau Dr. Carola Reimann, Frau Dagmar Vogt-Janssen (Leiterin des Fachbereiches Senioren der Stadt), Herrn Gert Klaus (Vorsitzender vom Hospiz und Palliativverband Niedersachsen), Herrn Ulrich Domdey (Vorsitzender des Landesstützpunktes Hospizarbeit und Palliativ Versorgung in Niedersachsen) und von der allerersten Hospizleitung Frau Felicitas Hanne.

Der Ausklang der Veranstaltung mit alten Bildern, wunderbarem Fingerfood und Begegnung war wunderbar. Die Festschrift, die Ute Reimann erstellt hat, wurde an die Gäste ausgegeben. Unser Jubiläumsbeutel mit einem Motiv von DELLA konnte endlich erworben werden und es war Zeit für Gespräche, Umarmungen, weitere Glückwünsche, Schulterklopfen und auch ein wenig Stolz. Stolz auf das, was andere da geschaffen haben vor 25 Jahren. Gegen alle Widerstände aus einer Vision von Felicitas Hanne.
„Einen Ort zu schaffen, an dem die Menschen im Sterben, sanft in Gottes Hände fallen“. Nach dem Gedicht „Die Blätter fallen“ von Rainer Maria Rilke. Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr.

Einen Fernsehtipp gebe ich an dieser Stelle noch gerne ab. Demnächst könnt ihr einen kleinen Film vom NDR bei „Hallo Niedersachsen“ sehen. Frau von Lucke hat uns besucht und wir sind schon sehr gespannt! Hier gibt es schon einen Vorgeschmack.
Die nächste Veranstaltung ist der Weihnachtsmarkt auf der Lister Meile – dort verkaufen wir selbstgemachte Weihnachtsgeschenke zugunsten des Hospizes.

Herzliche Grüße

Eure Nici

Blogbeiträge

Hier findet ihr die Beiträge zu unserer Arbeit, Geschichten und aktuelle Berichte zu den Veranstaltungen. Es wird mal bunt, mal leise und sicher abwechslungsreich. So wie unsere Arbeit.

Ermutigen wir uns gegenseitig mehr durch unser Beispiel als durch unsere Worte

Luise von Marillac

Bist du mutig?

Wie ich vor fünf Jahren im Hospiz Luise ankam

Vor ziemlich genau fünf Jahren habe ich das erste Mal in der Brakestraße 2d in Hannover vor der Tür gestanden und geklingelt. Das Herz schlug mir bis zum Hals.
Seit 10 Jahren hatte ich nicht mehr in einer stationären Einrichtung gearbeitet und mich nun kurzfristig entschieden ein Praktikum in einem Hospiz zu machen. Es sollte nicht irgendein Hospiz sein. Es sollte die Luise in Hannover werden. Der Ruf eilte dem Haus voraus.
Als Koordinatorin für ambulante Hospizdienste war ich schon 4 Jahre in der Hospiz- und Palliativarbeit tätig. Doch da war diese Sehnsucht in mir, wieder zurückzukehren. Zu meinen Wurzeln. Zu dem, was ich mal gelernt hatte und was bis heute noch meinem Traumberuf entspricht.

Der Summer ging. Ein paar Stufen nach oben gehen und dann stand da eine Krankenschwester. Kopf leicht schräg, die Beine schon wieder auf dem Weg ins Patientenzimmer, forscher Blick und eine Frage, nachdem ich mich als neue Praktikantin für die nächste Woche vorgestellt hatte: „Bist du mutig?“
„Keine Ahnung“, war meine Antwort und keine 2 Minuten später stand ich auch schon im Zimmer von Herrn F., ein ALS Patient im Rollstuhl. Weitere 3 Minuten später stand ich vor ihm, habe ihn nach klaren und freundlichen Anweisungen der Kollegin in spe gehalten und wir haben ihn zurück ins Bett gelegt. Was für ein verrückter Einstieg.

Nach einer Woche Praktikum habe ich meinen Job als Koordinatorin gekündigt. Ich wollte in diesem Haus arbeiten. Nach ein paar Monaten hat es dann geklappt und ich bin in das Team gekommen.
Ein buntes Team, einzigartig, speziell, gefühlte hundert Jahre Erfahrung in der Versorgung von Sterbenden und ihren Zugehörigen. Ein bisschen wie auf einem Schiff ist es manchmal. Jeder hat seine Position, seine Aufgaben, es gibt hier und da auch mal eine Meuterei. Wenn es stürmisch wird, dann versuchen wir uns zu halten. Am Schiff, oder aneinander. Gemeinsam räumen wir danach auf und wenn einer seekrank wird, dann hält ihm jemand die Hand. Wir sind manchmal rau, humorvoll, gefühlvoll, neugierig, behutsam, weich, überrascht und demütig. Wir lieben das Leben. Im Hospiz leben unsere Patienten bis zu ihrem Tod. Leben bis zuletzt, nicht nur eine Floskel.

Ermutigen wir uns mehr durch unser Beispiel als durch unsere Worte
Luise von Marillac

Jetzt brauche ich Eure Hilfe. Ich werde ein Jahr lang über unsere Arbeit bloggen, Interviews führen, Veranstaltungen organisieren und Spenden sammeln.
Mein Spendenziel sind 25.000 Euro – zum 25. Geburtstag des Hospiz Luise in Hannover.

Was ich alleine nicht schaffe, das Schaffen wir dann zusammen!

Ich zähle auf Euch!

Eure Nici Friederichsen