14. Januar 2021

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Aus Stufen von Hermann Hesse

Wir schreiben das Jahr 2021 und in der Welt wütet weiter die Coronapandemie. Das bedeutet auch für unsere Arbeit weiter mit den massiven Einschränkungen zu leben. Deshalb nutzen wir dieses Medium, um mit euch in Kontakt zu bleiben.

Als Referentin für Öffentlichkeitsarbeit im Hospiz Luise startet für mich in diesem Jahr eine neue Zeitrechnung. 25 Jahre nach meinem Staatsexamen zur Krankenschwester habe ich mich entschieden neue Wege zu gehen.
Dieser Blog diente ursprünglich ja der Spendenkampagne zum 25. Geburtstag des Hospiz Luise.
Jetzt wird er in einem neuen Gewand der Hospiz Luise Blog, den ich mit Co-Schreiber*innen aus dem Hospiz weiterführen werde. Unsere Reise geht also weiter und ich freue mich darauf!

Hereinspaziert ins Hospiz Luise!

Mein 1. Arbeitstag ist der 14. Januar. Es ist ein warmes Wiedersehen im stationären Bereich unseres Hauses. Meine Kolleg*innen huschen über die Flure, wir treffen uns in der Küche ohne die Mindestanzahl an Personen zu überschreiben. Lächeln durch die Maske – in der Pflege schon seit längerer Zeit die FFP2 Modelle. Die Weihnachtsstimmung ist hinfort und unzählige Vasen mit Tulpen bringen Licht ins Haus. Draußen fällt leise der Schnee.

Einige Kolleg*innen haben eine Zoomkonferenz und auf dem Flur im Souterrain des Hauses dringen Gespräche der ambulanten Dienste unseres Hauses bis in mein Büro. Ein bunter Strauß Blumen steht hier zur Begrüßung und ich blicke auf ein Bild, das auf meinem Schreibtisch steht. Es ist ein Foto aus dem letzten Jahr. Mein Herzhund auf einer Wiese. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist er am Dienstag verstorben. Mit 8 Jahren. Plötzlich und unerwartet kam das. Ein Teil der Familie – einfach weg. Mir sind heute unzählige Umarmungen mit 1,50m Abstand zugekommen. Wären es echte Berührungen gewesen, dann wäre ich im Meer der Tränen davongespült worden. Mir hat die Distanz heute geholfen den ersten Tag ohne verheulte Augen zu überstehen.
Distanz beschert uns weiterhin das Coronavirus. Natürlich pflegen wir nicht mit 1,50m Abstand, aber es ist nach wie vor so, dass wir einander mit Maske begegnen. Lachen über die Augen. Fragen über die Augen. Verstehen über die Augen. Sehnsucht nach einem offenen Lachen.

Abstand halten, Personenbegrenzungen in den Räumlichkeiten, Schnellstests und Lüftungspläne gehören zu unserem Alltag. Über allem schwebt die Anspannung. Wie lange wacht die heilige Luise noch über uns und hält Corona aus dem Haus fern. Wie lange werden wir noch Distanz halten müssen, wann dürfen wir wieder mit einer Umarmung trösten?

Die Randbedingungen sind schwer, aber die gute Nachricht ist, dass die Mitarbeitenden im Hospiz Luise durchhalten und ihr Lächeln nicht ganz verloren haben. Ich freue mich, wieder hier zu sein und euch mitzunehmen. In ein neues und sicherlich spannendes Jahr 2021 im Hospiz Luise Hannover.

Herzlich

Eure Nici Friederichsen

P.S. Das ist unglaublich!

Ihr Lieben,

eigentlich habe ich gedacht, es sei mit dem letzten Beitrag alles gesagt. Aber als Fundraiserin habe ich auch nach der Auktion noch meinen Job gemacht und beispielsweise auch allen gemailt, die kein Bildchen ergattert haben. Ich habe vielen Menschen die Leinwände vorbeigebracht und wunderbare Gespräche geführt.

Dann kamen auch noch einige Schweinchen zurück! Die haben soviel erlebt, dass sie eigentlich gar nicht zurück wollten. Aber mit 500 Euro waren sie dick und fett und ich bin Anne und Kerstin so dankbar für die Verteilung. Ich hoffe ich kann ab nächsten Sommer wieder einige Schweine verleihen und so Unterstützung für das Hospiz bekommen.

Die MUT STiftung hat uns mehr als großzügig unterstützt und ich habe so eine gute Erinnerung an dieses nette und humorvolle Gespräch mit der Familie Carstensen. Wundervoll.

Wie großartig, dass wir mehr als hundert neue Interessierte für unsere Arbeit gewinnen konnten. Ohne die Adressen zu kaufen – die habe ich mit diesem Blog „erarbeitet“ und somit echtes Interesse geweckt.
Zähle ich all diese Nebenschauplätze zusammen, dann komme ich auf einen neuen Spendenstand in meinem Blog!

76.482 Euro

Einige Menschen haben mir in den letzten Wochen geschrieben, dass Ihnen meine Beiträge fehlen. Alternativ gibt es ja gerade meinen Mitmach-Adventskalender auf Facebook und Instagram. Ich bin ganz ehrlich – mir fehlt es auch zu schreiben. Vielleicht fällt mir ja noch etwas ein.

Wenn ich aber gerade hier schreibe, dann kann ich euch auch schreiben, dass wir hier mit Abstand das Beste aus der Situation machen. Wir leiden aber dennoch unter den Abstandsregeln. Die nächsten Wochen werden nochmal hart, aber solange wir gesund bleiben werden wir es schon schaffen.

Heute habe ich mit unserem Chef über Heiligabend geredet. Sonst sind wir alle im Wohnzimmer, lesen die Weihnachtsgeschichte, essen zusammen. Dieses Jahr? Das wird alles anders und ich hoffe wir können es dennoch schön gestalten. Ich habe Spätdienst und werde sicher bei Facebook berichten, wie es war.

Unsere Konzerte im Advent fallen fast alle aus – gemeinsames Singen ist einfach gerade schwierig. Ich habe mich vorhin gefragt, ob mir einige Künstler*innen nicht Weihnachtslieder einsingen könnten. Ohne viel Aufwand. Dann könnten wir im Advent über unsere kleine Box eure Musik abspielen.

In Gedanken bin ich bei allen, die allein sind, traurig, verzweifelt. Denen wünsche ich liebevolle Menschen, die noch gute Gedanken abgeben können und Herzmomente schenken.

Heute mal herzlich aus der Luise

Eure Nici

Nachlass

Wenn ein Mensch bei uns im Hospiz Luise stirbt, dann müssen auch wir Abschied nehmen. Eine Vielzahl von kleinen Ritualen und Tätigkeiten nimmt dann seinen Lauf, wenn ein Mensch seinen letzten Atemzug getan hat.
Bis unsere Patient*innen gewaschen, frisiert, angezogen für die letzte Reise, vielleicht geschminkt, in einem aufgeräumten Zimmer aufgebahrt liegen vergeht Zeit. Zeit, um sich zu verabschieden. Nochmal ein Gebet zu sprechen, die Hand zu halten, zu Weinen, zu erzählen, zu lachen, zu schweigen.


Die letzte Patientin von der ich mich verabschiedet habe war schon länger bei uns. So gerne war ich in diesem Zimmer. War tief beeindruckt von dem Leben und Wirken. Von ihrer liebevollen Art, der Wärme, der Entschlossenheit und dann auch wieder so viel Verletzlichkeit.
Ich habe am Bett gesessen und geweint. Dankbar, diese Frau gekannt zu haben. Dankbar, dass sie friedlich sterben konnte. Dankbar für die Gespräche.
Auf dem Weg raus habe ich meinen Chef getroffen. „Was wäre unsere Arbeit, wenn wir nicht auch so auf den Tod unserer Patient*innen reagieren würden?“

Ja, was wäre diese Arbeit ohne Empathie. Was wäre diese Arbeit ohne tausende Kolleg*innen die ambulant und stationär Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten, oder die guten Seelen in der Verwaltung sind, die ehrenamtlich helfen, die leiten, die unsere Häuser blitzblank halten, die alles reparieren können, die in der Trauerarbeit unterwegs sind, die an uns denken, die uns spenden, die für uns musizieren, uns beschenken und Kuchen und Kekse backen….

Nichts.

Unsere Arbeit wäre nichts ohne diese riesigen Netzwerke.

Wenn ein Mensch bei uns im Hospiz Luise stirbt, dann passt der Nachlass manchmal in eine kleine Tasche oder in zwei Autos. Jeder bringt etwas anderes mit. Jeder hinterlässt etwas anderes.

Fülle

Mit diesem Blog wollte ich auch etwas dalassen.

Die Fülle unserer Arbeit, die manchmal auch zu viel werden kann. Sterben ist ein ernstes Thema, Leben aber auch. Leben ist ganz wundervoll im überwiegenden Teil. Sterben nur ein kleiner davon und oft auch richtig stimmig.
Deshalb wäre ich so froh, wenn jetzt auch etwas übrig bleibt. Ein Satz, ein Beitrag, ein Bild, ein Gedanke.

Danke

Dieses Jahr war wunderlich und wunderbar. Viele von euch haben regelmäßig gelesen (außer meinem Hannes, der liest sowieso meine Gedanken). Dafür bin ich dankbar. Heute freu ich mich auch über eine Nachricht, ein Feedback, einen Abschiedsgruß. Danke an alle, die diesen Blog ermöglicht haben. An alle die gelesen haben…

Ich gehe gefüllt mit guten Ideen und Gedanken und grüße herzlich,

Auf bald,

Eure Nici

Tue Gutes und rede darüber – letzter Teil

Wie schnell geht ein Jahr dahin? Ist es solange her, dass ich meinen ersten Beitrag hier veröffentlicht habe? All die Pläne, all die Änderungen und dennoch hat es funktioniert. Trotz der Krise. Wieder wird alles abgesagt und die nächsten Monate sehen auch für uns nicht rosig aus. Keine Veranstaltungen – keine Spenden.
Doch dieser Blog war mein persönlicher Hoffnungsschimmer, wann immer die Nachrichten um mich herum eigentlich Hoffnungslosigkeit vermittelten.

Am Samstag endet mein Blog. Noch zwei Tage und ich bin schon wehmütig. Ein wenig Trauer klingt auf der einen Seite, weil so viele Dinge nicht stattfinden konnten. Aber ich bin irgendwie anders gestrickt. Finde immer wieder Alternativen, wenn es schwierig wird. Habe gerne über unsere Arbeit geschrieben und informiert.

Neben der Wehmut ist da aber ein Gefühl der Freude, denn ihr ahnt es ja schon. Mein Spendenziel habe ich tatsächlich übertroffen. Weil ich beispielsweise schon am 23. März online war. Weil ich mit unfassbar viel Hilfe ein Programm von Matthias Brodowy zeigen konnte. Meine Schnelligkeit und Spontanität ist für manche Menschen sicherlich nervtötend, aber in diesem Fall war es einfach gut, schnell zu sein.

bouquet bunch of flowers flowers holding
Photo by Snapwire on Pexels.com

Ich habe Schweinchen verteilt, die Spenden gesammelt haben. Es gab Sachspenden, ein neues Auto, Musik, eine Auktion mit mehr als 100 Beteiligten, ein Sarg wurde zur Weinbar, es wurde gesammelt und unterstützt….was für ein Schatz.

Danke. Fünf kleine Buchstaben, die aber alles ausdrücken. Ich empfehle allen nochmal die Beiträge in der Kategorie Spenden durchzulesen. So viele Menschen haben so viel für das Hospiz Luise bewegt. Mich berührt das sehr und ich danke jedem einzelnen von euch!
Deshalb darf ich an dieser Stelle auch meine Endsumme verkünden. Ich kann es selber kaum glauben, wenn ich das jetzt schreibe:

65. 485 Euro

Das ist unfassbar viel Geld. Das waren unfassbar viele Menschen, die dazu beigetragen haben. Ich verneige mich vor Euch! Ihr habt damit aktiv dazu beigetragen, dass unser Hospiz Luise in diesen schweren Zeiten unterstützt wird. Da die Kranken- und Pflegekassen nicht alle Kosten für unsere Patient*innen übernehmen sind wir Jahr für Jahr auf Unterstützung angewiesen. Dazu kommt noch alles, was ein Hospiz erst besonders macht….und natürlich nicht finanziert wird. Gute Matratzen, ein schöner Garten, Öle, Blumen, Hilfsmittel, Kuschledecken, Dinkelkissen….Meine Kolleg*innen und ich werden also nicht die Hände in den Schoß legen.

Was ich noch sagen möchte, lest ihr am Samstag in meinem letzten Eintrag. Danke, dass ihr mit mir diesen Weg gegangen seid.

Herzlich,

Eure Nici

Bettkantengespräche

Es gibt ein Foto aus meiner Kindheit, da sitzt meine Mutter erschöpft auf der Bettkante und meine drei Geschwister und ich sind neben ihr, auf dem Schoß oder zuppeln ihr am Bein. An dieses Foto denke ich manchmal, wenn ich im Hospiz arbeite und Menschen, die am Ende ihrer Kräfte sind sitzen möchten. Auf der Bettkante. Bereit zum Aufstehen.
Wie oft sitzen wir auf der Bettkante. Was sind die letzten oder ersten Handlungen, die wir dort ausführen? Hörgeräte rein und raus. Uhr ablegen. Ein Gebet sprechen. Tablette nehmen. Aus dem Fenster blicken. Hund streicheln. Füsse eincremen…da gibt es einige Möglichkeiten.

Manchmal ist diese Position auch eine, in der Patienten sich gerne anlehnen. Wenn wir zur Grundpflege unsere Schutzkittel anhaben, dann setzt man sich doch auch gerne dazu (Das liest unsere Hygienebeauftragte sicher gerne, liebe Grüße Susanne). Meine Schultern sind breit. Dann atmen wir einfach mal zusammen. Seufzen. Viele Fragen zum Ende des Lebens bleiben auch in diesen Momenten unbeantwortet. Es gibt nicht auf alles eine Antwort. Dafür Nähe und Trost.

In meiner ersten Nachtwache im Hospiz saß ich neben einer sterbenden Patientin. Sie wollte partout nicht liegen. Anne und ich haben ihr ein Nest gebaut. Ich kann nicht beschreiben, was das für ein Moment war, aber es war so absolut friedlich und stimmig.
Corona macht uns das nicht leicht. Wir tragen Masken, lüften. Dokumentieren. Desinfizieren. Waschen die Hände….Halten Abstand wo möglich und schenken Nähe, wo nötig.

Manchmal sitzen Mutter und Kind auf der Bettkante und sprechen. Was noch gesagt werden muss. Was noch gesagt werden kann. Was noch gesagt werden soll. Komme ich dann zufällig ins Zimmer, dann schleiche ich mich oft wieder raus. Möchte diese Momente nicht stören.

Bettkantengespräche. Gestern hatte ich witzigerweise eines mit meinem Mann. Momentan dreht sich bei mir alles um die Versteigerung und er erledigt neben seinem Job im Homeoffice alles, was er im Haushalt noch so schaffen kann. Steht früher auf, um mit dem Hund zu gehen, damit ich vor dem Galeriedienst noch diesen Eintrag schreiben kann. Dafür habe ich ihm gedankt. Auf der Bettkante. Das hat gut getan und mich zu diesem Beitrag inspiriert.

Heute bin ich zum letzten Mal in der Galerie. Bevor ihr heute abend ins Bett geht und auf der Bettkante sitzt und es dann noch vor 22 Uhr ist, könnt ihr noch ein Gebot abgeben. Die sollten jetzt allerdings höher ausfallen, als die angegebenen Werte – oder ihr spendet einen Beitrag über das Herzsymbol. Ich freue mich über jeden Beitrag. Ich danke allen, die uns schon unterstützt haben. Auch heute abend auf meiner Bettkante.

Herzlich Eure Nici

Überraschungen

5 Tage habe ich schon in der Galerie CC in der Königsstraße verbracht. 5 Jahre als Mitarbeiterin im Hospiz Luise. Ich mache mit der Benefizausstellung nicht nur auf 112 Unikate (inzwischen sind es 115, aber dazu später mehr) aufmerksam, sondern auch auf die wichtige Hospizarbeit.


Es gibt Tage, da denke ich, ich habe alles gesehen. Nichts kann mich mehr überraschen. Dann werde ich meistens eines Besseren belehrt. Nehmen wir doch mal Patientin Meyer-Müller-Schulze, die zu uns kommt und wir alle sehen – es wird nicht mehr lange dauern, dann wird sie sterben. Vom ersten Moment kommt die Zeit in der sich die Patient*innen, Angehörige und wir im System einschwingen und aufeinander einstimmen. Wir haben oft wenig Zeit dafür.
Stellt euch vor, ihr kommt nach langer Krankheit, viel Aufregung und Umwegen zu uns. Da wird erstmal durchgeatmet und viele können es gar nicht fassen, dass jetzt andere Aufgaben übernehmen und dann tatsächlich nochmal Leben möglich ist. So auch bei dieser Patientin. Überraschenderweise lassen sich die Kinder beide von der Arbeit freistellen und ziehen quasi bei uns ein. Der Ehemann komplettiert dieses 3-Schicht-System und wir sind dazwischen, wann immer wir gebraucht werden. Medikamente werden umgestellt, abgesetzt und ehrfürchtig warten wir auf den Tod. Der kam in diesem Fall aber nicht und die Patientin hat sich erholt und ist wieder ausgezogen. Einige Monate später ist sie zuhause verstorben. Hatte einfach noch Zeit geschenkt bekommen. Das hat mich überrascht. Ich lasse mich gerne überraschen. Dazu muss man ja auch irgendwie innerlich bereit sein.

Eine Überraschung ist es für mich gerade wie offen viele Gäste in der Galerie mit mir sprechen. Die nicht wissen, wofür wir wohl so viele Spenden brauchen. Ich sehe ja nur die Augenbrauen und die werden regelmäßig hochgezogen, wenn ich erwähne, dass wir jeden Tag pro Patient 5% der Behandlungskosten selber zahlen müssen. 365 Tage im Jahr. Jahr für Jahr. Oder die mir von sich erzählen. Das sie bald heiraten, oder wie Ihnen die Zeit jetzt zusetzt. Welche Stadt barrierefrei ist, welche Verbindung sie zur Galerie oder zu unserem Hospiz haben. Das ist Leben.

Dann sind da noch meine Spätmaler*innen. Da wurde ich auch angenehm überrascht!.Die könnt ihr vor Ort ersteigern oder mir eine Mail schreiben. (25jahrehospizluise@gmx.de) Oberbürgermeister Belit Onay, Maria Groß von der Bachstelze in Erfurt, Sven Cordes von Cordes Bestattungen und eines von Fynn Kliemann!

Überhaupt ist es toll, wenn ihr weiter mitsteigert oder einfach eine Kleinigkeit spendet. Wir wollen weiter ganzheitlich Familien wie die von Frau Meyer-Müller-Schulze betreuen. Auf guten Matratzen, mit Blumen im Zimmer, mit wunderbaren Ölen für Einreibungen, mit Mitarbeitenden die Fortbildungen gezahlt kriegen, Musiktherapie soll es geben und all die Dinge, die das Leben im Sterben erleichtern, und überraschenderweise manchmal auch noch richtig gut werden lassen.

Sagt es weiter, macht mit und unterstützt das Hospiz Luise in Hannover.
https://bidaid.com/auction/luise oder auch Paypal: spenden@hospiz-luise.de

Kommt noch bis Donnerstag in die Galerie CC, Königsstraße 8, Hannover. Ich bin immer von 11 bis 18 Uhr für euch da!

Herzlich Eure Nici

Finale

Seit März beschäftige ich mit Minileinwänden. Eigenwillig wie ich bin, schreibe ich sie auch wie ich will. Ohne Bindestrich. Irgendwie haben das alle ausgehalten.
Am Ende eines Projektes angekommen. Aber es ist ja noch nicht das Ende. Denn ab sofort könnt ihr Teil des Projektes werden. Unterstützt unsere Arbeit, wenn es euch möglich ist. Bietet auf Eure Favorit*innen.

Hier geht es zur Auktion

Bevor ich diesen Beitrag angefangen habe, habe ich noch Sachen ausgedruckt, meinem Chef eine Liste geschrieben, immer noch keine Ahnung was ich morgen anziehe, mein Abendessen aufgegessen, damit es nicht regnet. Nachrichten gelesen, mein Handykabel verlegt und die Zeit rennt davon…ach, und die Kataloge sind auch nicht rechtzeitig angekommen. Dafür habe ich jetzt einen QR-Code von Sabrina Behm bekommen. Es ist wie vor jedem großen Event. Was soll ich sagen. Ich freue mich und kann nicht glauben, dass ich schon wieder so etwas Großes und wundervolles tun durfte.

7 Monate habe ich mich mit diesem Projekt beschäftigt, meine Traurigkeit über den Ausfall von allen anderen Veranstaltungen ist darüber verflogen. Das verdanke ich allen Teilnehmer*innen und dem Vertrauensvorschuss von Kurt, meinem Chef und seinen Vorgesetzten. Alle haben darauf vertraut, dass es schon gut gehen wird.

Ich danke allen, die mich unterstützt haben. Ich danke allen, die jetzt mitbieten. Bietet nicht nur auf die Promis. Bietet auch auf die kleinen und feinen Bilder, die in 10×10 cm so einzigartig sind, oder auf die tollen Events.
Macht mit und rettet dieses verrückte Jahr für uns – es ist der Abschluss meines Blogs.
Danke an meine Kolleg*innen im Hospiz, weil ihr wundervoll seid. Für euch hab ich das in erster Linie gemacht,

herzlich
Nici

Online Benefiz Versteigerung

-102Tage -14Std. -43Min. -54Sek.

Unter der Schirmherrschaft von Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister der Stadt Hannover a. D., freuen wir uns auf eine Versteigerung von Ministaffeleien zugunsten des Hospiz Luise. Außerdem gibt es noch einige Highlights auf die ihr zusätzlich bieten könnt. Seid gespannt!
Seid bequem vom Laptop oder Handy dabei und unterstützt unsere Arbeit durch eure Teilnahme an dieser Auktion.

Versteigert werden die kleine Unikate neben seltenen Events in einer online Version der Stillen Auktion vom 14. – 22. Oktober. Wir freuen uns über die Unterstützung von Sabrina Behm und ihrem Team! Wer die kleinen Kunstwerke auch im Original sehen möchte, kann dies in der Galerie CC in Hannover vom 14.-22. Oktober tun.
Der Ausstellungskatalog zur großen Benefizaktion

Da die meisten Jubiläumsveranstaltungen ausfallen mussten, hoffen wir auf eine rege Beteiligung.

…weil jeder Cent zählt…

 

112 Unikate & mehr

Evelina Arakelyan, Konstanze Becker, Hennes Bender, Katja Blume, Ayse & Axel Bosse, Laura Elisa Burgdorf, Caren Cunst, Chantal Däubner, Tim Davies, Della, Hans Dienemann, Maike Dudek, Yasmin Fahimi, Freiraumfrau, Freundeskreis Hannover e.V., Mansha Friedrich, Die Fruchtfliege, Fury in the Slaughterhouse, Toni Garrn & Alex Pettyfer, Michael Gerlach, Martina Gilica, Jeanne Golla, Petra Grunden-Böing, Mandy Grune, Gundlach Bau und Immobilien, Sr. M. Hanna, Prof. Dr. Ursula Hansen, Prof. Dr. med. Axel Haverich, Dr. Hendrik Hoppenstedt & Clara, M. Janzen, Jazz Club Hannover, Wolfgang Joop, Dr. Margot Käßmann, Eva Kersting-Rader, Iris Klöpper, Holger Koch, Britta Krämer, Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann, Anne von Kumm, Heinz-Rudolph Kunze, Ladies Circle 27,  127 und TC 27, Uwe Lang, Bernd Lehmann, Holger Leue, Jen & Hendrik Lind, Udo Lindenberg, Nina Lesley Lombardo, Marc Marshall, Klaus Meine, Heidi Merk, Lena Meyer-Landrut, Milou & Flint, Achim Mogge, Mariarita Muscas, Janet Nesmedin, Norddeutsche Tanzwerkstatt, Eleana Nozon, William O‘Connell, Orange Blue, Gabriele Pfeil, Alexandra Popp, Frank Preidel, Pedro Prüser & Susanne Nülle, Sandra Quadflieg, Ronny Reinecke, Martina Rick, Julia Rieß, Claudia Rimkus, Gabriele Rinkleff, Nerissa Rothhardt, Kris Savic, Dr. h. c. Herbert Schmalstieg, Daniela Schmitz, Jens-Uwe Scholz, Barbara Schöneberger & Hubertus Meyer-Burckhardt, Marie Schulz, Ingo Siegner, Silbermond, Sr. M. Teresa , Sylvia Sobbek, Kai-Jörg Sommer, Prof. Dr. med. Andreas Spengler, Uli Stein, Eva Terhorst, Theaterensemble Herrenhausen, Lisa Tilicke, Georg Trivisas, Juliane Uhl, Angelika Vogt, Otto Waalkes, Elisabeth Wächter, Tobias Wagner, Monika Walden, Christine Wartenberg, Stephan Weil, Ole West, Charlotte Wielage, Wilhelm-Busch-Museum, Bischof Dr. Heiner Wilmer SJC, Malte Wulf, Detlef Wutschik & Werner Momsen, Yolande Sketch, Laura Zacharias, Matthias Brodowy, Jorge La Guardia, Siegfried Neuenhausen, Natalia Schäfer, Franzisika Stünkel, Markus Becker, NDR Radiophilharmonie, Madita van Hülsen, Eckart von Hirschhausen

 

Trauercafé

Das Hospiz Luise lädt jeden 1. Sonntag im Monat Menschen zum Trauercafé in den ka:punkt mitten in Hannovers Innenstadt ein. Durch Corona war dieses Angebot eingeschränkt. Jetzt sind unser haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden wieder für Sie da!

Amely Schönthaler ist seit Anfang des Jahres die Koordinatorin des Ambulanten Hospizdienst Luise und schreibt:

Seit Februar dieses  Jahres habe ich als neue Koordinatorin im Ambulanten Hospizdienst Luise mein neues berufliches Zuhause gefunden.  Der ambulante Hospizdienst Luise besteht bereits seit 2015.

In unserem Dienst engagieren sich zurzeit 25 Ehrenamtliche, sie übernehmen die psychosoziale Begleitung von schwer kranken und sterbenden Menschen und ihren Zugehörigen. Wir begleiten Menschen in ihrer Häuslichkeit, darunter viele,  die auch von unserem Ambulanten Palliativdienst  betreut werden, aber auch Menschen in Pflegeheimen und in Krankenhäusern. Unsere Ehrenamtlichen nehmen alle an einem Befähigungskurs teil, seit Februar 2020 bereiten wir 12 weitere Ehrenamtliche in einem neuen Kurs auf ihre Aufgabe vor.

Der Ambulante Hospizdienst Luise organisiert gemeinsam mit dem stationären Hospiz und dem ambulanten Paliativdienst auch das Trauercafé im ka:punkt. Von März bis August mussten wir wegen der Coronapandemie eine Zwangspause einlegen. Seit September findet das Trauercafé nun (fast) wie gewohnt wieder statt.

Auch Anne Wögns aus dem stationären Team habe ich gebeten ein paar Zeilen zu schreiben. Dafür danke ich ihr sehr und freue mich, dass morgen wieder die ersten Gäste in der Grupenstraße 8 von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr unser Angebot wahrnehmen können und die Möglichkeit zum Gespräch und Austausch in ihrer Trauer erfahren.

Anne aus dem stationären Team schreibt:
Bei uns gehört zur Trauerbegleitung da Trauercafé. Es ein Angebot für Angehörige, die um ihre Partner*innen; Kinder, Eltern, Geschwister oder Freunde trauern.

Sie kommen zu uns weil…
-sie sich allein gelassen fühlen
-sie sich nicht verstanden fühlen
-sie darüber reden möchten, wie es ihnen geht
-sie sich darüber austauschen möchten, wie andere mit dieser Situation zurechtkomen
Den trauernden Menschen hilft es, wenn Fremde zuhören. Wenn sie in diesem geschützten Rahmen ihre Trauer zulassen können.

Jeder hat seine persönliche Art mit seiner Trauer umzugehen, da gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“…alles darf sein.
Es ist jeder trauernde Gast Willkommen, eine Anmeldung ist nicht nötig.

Vielleicht gibt es ja mal einen Sonntag, an dem Sie bei Kaffee und Kuchen zu Gast sein möchten.
Termine in 2020:
04.10.2020
01.11.2020
06.12.2020

Herzlich,
Eure Nici

Pause

Gerade habe ich die Daten für die stille Auktion an Sabrina Behm übertragen. 111 mal Fotos besorgen (naja, es fehlen noch so 3-5), 111 mal eine kurze Vita schreiben. Falls ich sie vorher nicht bekommen habe muss ich entscheiden, was wichtig ist. Wir sind uns einig, da kann ich eigentlich nur verlieren. Oder meine Leinwandspender*innen sind milde mit mir, wir werden sehen. Jedenfalls habe ich mich sehr angestrengt. Jetzt brauche ich eine Pause für mein wirres Hirn.

Das ist ja so eine Sache. Wir glauben oft zu wissen, was für andere gut ist oder wie man etwas richtig macht. Welche Jacke ist die Richtige für das Kind, wie die Frau vor einem an der Kasse abnehmen könnte, wie Rosen wirklich geschnitten werden oder auch tiefergehende Entscheidungen, welche Therapie denn jetzt angesagt ist.
Ist das so? Ich glaube manchmal ist ja auch der Wunsch, der Vater des Gedanken (oder die Mutter). Wenn bei uns im Hospiz ein Patient Schmerzen hat, dann bieten wir alles an, was wir aufwarten können. Neben Medikamenten sind das auch Einreibungen, Dinkelkissen, Lagerungsmittel, aus dem Bett in den Stuhl, links oder rechtsrum liegen, Zeit schenken, zuhören, oder einfach mal nur halten. Aushalten. Das möchten auch einige. Einige Angehörige möchten das auch manchmal. Oder umgekehrt. Manchmal brauchen die Menschen auch eine Pause. Sterben ist anstrengend für alle.

Das ist das Dilemma mit dem Sterben. Wir wollen das Leid des anderen gelindert sehen, aber die Nebenwirkungen hätten wir nicht gern. Nicht müde werden, noch alles sagen. Gemeinsame Zeit ist doch so kostbar. Herzzerreißende Momente sind das. Wir könne die Zeit nicht anhalten.
Die Sterbenden wollen manchmal ganz bewusst keine Schmerzmedikamente. Oder manchmal schwingen wir alle nebeneinander im System und es gibt eine Lösung die alle in dem Moment einigermaßen gut finden. Wird ein Patient müde von den Schmerzmitteln, dann kann doch auch die Familie mal durchatmen. Pause.
Es ist wirklich so besonders wie eine Schwangerschaft. Die eine werdende Mutter nimmt alles mit, was der Markt hergibt und die andere wählt einen anderen Weg. Auch die Geburten sind individuell. Selbst da gibt es manchal die Notwendigkeit einer Pause, um wieder zu Kräften zu kommen.

Für mich ist es in der Arbeit wichtig den Patient*innen und Zugehörigen zwar meine Erfahrungen wiederzugeben, aber Entscheidungen müssen auch selbst getroffen werden. In unserem Leben treffen wir doch oft mal eine Wahl, die wir vielleicht bereuen. Im Sterben kann das auch passieren. „Hätten wir vorher gewusst, wie gut das tut…“ höre ich oft, wenn ich mal jemanden spazieren gehen schicke, oder ein Gesprächsangebot genutzt wurde oder doch die Schmerzdosis erhöht. Wenn wir mit voller Aufmerksamkeit da sein wollen, müssen wir uns dafür auch mal abwenden von unserem Plan. Glaube ich zumindest.

Es ist an der Zeit mutig zu sein. Es ist Zeit nicht alles auf die letzten paar Wochen zu schieben. Heute ist der Tag um Unangenehmes aus dem Leben zu entfernen, oder einen Weg zu finden damit zu leben. Das Leben an die Hand zu nehmen und kleine Momente zu lieben. Nicht immer das große Wunder.
Ich werde jetzt jedenfalls mein Hirn ausmachen und eine schöne Pause machen,

herzlich Eure Nici