Benefiz Versteigerung

Unter der Schirmherrschaft von Herbert Schmalstieg, Oberbürgermeister der Stadt Hannover a. D., freuen wir uns auf eine Versteigerung von Ministaffeleien zugunsten des Hospiz Luise. Die ersten Staffeleien sind schon unterwegs und werden hoffentlich bald zurückkommen.
Besonders freue ich mich, dass Martina Gilica die Moderation übernehmen wird!

Versteigert werden die kleine Unikate in einer online Version der Stillen Auktion. Wir freuen uns über die Unterstützung von Sabrina Behm und ihrem Team!
Vor 19 Jahren gab es schon mal eine solche Veranstaltung im Rathaus – zu diesem Zeitupunkt wurden Masken versteigert. Da die Meisten Jubiläumsveranstaltungen ausfallen mussten, hoffen wir auf eine rege Beteiligung. Es wird auch eine Möglichkeit geben online zu bieten. Diese Veranstaltung wird die Schlussveranstaltung meines Jubiläumsblogs sein!

Wer Künstler oder Prominente kennt, die sich gerne beteiligen möchten, der melde sich gerne bei mir: 25jahrehospizluise@gmx.de

…weil jeder Cent zählt…

 

Bereits dabei: Markus Becker, Matthias Brodowy, Angelika Bungert-Stüttgen, Martina Gilica, Helme Heine, Wolfgang Joop, Margot Käßmann, Karin Krummer-Trull, Mariarita Muscas, Udo Lindenberg, Klaus Meine von den Scorpions, Otto, Ingo Siegner, Uli Stein, Eva Terhorst, Tobi Wagner, Ole West, Yolande, Madita van Hülsen, …

„Nessis Promi-Talk“ spezial mit Nerissa Rothhard

„Nessis Promi-Talk“ spezial mit Nerissa Rothhard

 

Seit 2017 talkt Nerissa Rothhard mit Prominenten aus Hannover.
Zu unserem 25-jährigen Jubiläum erwartet Sie ein Abend mit Einblicken in das Hospiz Luise mit Hospizleiter Kurt Bliefernicht, Wegbegleiter*innen und Unterstützer*innen. Genießen Sie dabei Getränke sowie kleine Köstlichkeiten in der inklusiven Atmosphäre des „anna leine“.

Café anna leine, Am Hohen Ufer 3, Hannover Freier Eintritt, um Spenden wird gebeten

Von Müttern und Vätern

Jeder von uns ist das Produkt einer Begegnung von einem Mann und einer Frau. Wir alle leben in den unterschiedlichsten Familiensystemen. Ständiger Wechsel, Neusortierung, Phasen von Stabilität, Chaos, Ruhe, Sturm.
All das erleben wir auch, wenn die Menschen zu uns ins Hospiz kommen. Denn sie kommen ja selten ganz alleine. Es gibt in den meisten Fällen Familie, Partner*innen, Verwandte, Freund*innen, Kolleg*innen. Wir nennen das schlicht Zugehörige. Man will ja auch keinen vergessen.
Momentan dürfen zwei Menschen als feste Besucher*innen eingetragen werden. Das ist hart in den letzten Lebenswochen und Tagen. Das ist gegen all unsere Prinzipien der Hospizarbeit. Dennoch versuchen wir das gemeinsam durchzuhalten. In der Sterbephase gibt es Ausnahmen. Emotionale Berg- und Talfahrten für alle Beteiligten. Manchmal fällt selbst uns das Atmen schwer, sind wir erschlagen von Entscheidungen, die wir gemeinsam treffen sollen. Es dauert ja schon eine Weile an. Uns fehlt die Nähe in dieser Distanz. Wir sind dankbar, dass wir regelmäßig in der Supervision unsere Ängste und Sorgen teilen können. Wir sind dankbar für kreative Lösungen, wie den Fensterbesuch.

Jetzt liegen bei uns Mütter und Väter, Kinder von Müttern und Vätern. Häufig sind es die Mütter, die ich besorgt erlebe. Selber sterbenskrank sind sie in Gedanken bei den Kindern, beim Partner der jetzt allein ist und organisieren vom Bett aus unbemerkt und dennoch sehr gezielt die Familie. Ein bißchen kenne ich das Gefühl von früher, als unsere Kinder klein waren. Wenn ich dann am Wochenende in der Weiterbildung war und mich besorgt fragte, ob unsere Kinder die zwei Tage mit dem Vater überstehen. Seien sie als Leser*innen unbesorgt, sie haben alles Bestens überstanden. Mein Mutterinstikt ist sehr ausgeprägt, aber mein Mann ist durchaus auch ein toller Vater. Wie aber fühlt es sich an, wenn man für immer geht?

Photo by Ann H on Pexels.com

Am Muttertag werden die Mütter beschenkt, überschüttet, jede Sekunde Werbung fließt in die unbegrenzten Shoppingmöglickeiten. Im Kindergarten und der Grundschule werden Geschenke für die Ewigkeit gebastelt. Ich habe mir am Samstag vor dem Muttertag selber Blumen gekauft. Für mich ist dann Muttertag, wenn eines meiner Kinder sich neben mich setzt, wir Gedanken teilen. Ein Lächeln, wenn ich das Lieblingsessen koche, oder die Küche abends blitzt, ohne, dass ich es eingefordert habe. Wenn wir gemeinsam lachen, wenn ich merke, wow, sie werden ihren Weg gehen. Der Vatertag teilt sich in Deutschland den Tag mit Christi Himmelfahrt und ist immer noch leicht „Bollerwagen“ belastet und auch die Basteleien aus der Schule, waren anders. Aber er ist ebenso wichtig.

Im Hospiz sind diese Tage auch besonders. Schmerzlich wird allen bewusst, dass es auch wieder ein letzter besonderer Tag ist. Wie schon so viele bevor. Ich denke an Situationen, in denen Zugehörige Gesten der Zuneigung und Gemeinschaft ins Hospiz getragen haben. Manche Menschen sagen, dass sie nie zuvor so intensiv miteinander gelebt und gesprochen haben wie in den Tagen bei uns. Väter, die weinen, obwohl dies vorher nie der Fall war. Berührungen so sanft wie ein Wind, wenn das Leben zu Ende geht.

Deshalb versuche ich persönlich im Jetzt zu leben. Im Heute sage ich meiner Mama, dass ich sie lieb habe, umarme meine Kinder und gehe mit meinem Mann auf unserer Lebensstraße. Meinen Vater habe ich nur 4 Jahre gekannt. Deshalb denke ich an solchen Tagen auch an verwaiste Eltern und Kinder, an unerfüllte Kinderwünsche und alle die heute jemanden vermissen.

Wir vermissen weiter die Gemeinschaft im Hospiz – im Wintergarten zusammen an einem solchen Tag ein festliches Mittagessen zu genießen. Mit Blick in den blühenden Garten.
Zeit für eine Umarmung – ich wünsche euch sehr, dass gerade jemand da ist, dem ihr in den Arm fallen dürft, in Zeiten wie diesen.

Herzlich

Eure Nici

Photo by Sarah Trummer on Pexels.com
Alle anderen Fotos sind wie immer von Nici 🙂

„Von Tellerrand zu Tellerrand“- und darüber hinaus

Heute gibt es wieder einen Gastbeitrag aus unserer Festschrift von Anja Bohlen-Bruchmann, der Leiterin des Ambulanten PalliativDienstes.

Gerne nehme ich die Überschrift des Erfahrungsberichtes meines geschätzten Vorgängers Carsten Rumbke aus der Festschrift zum 10 jährigen Bestehen des Hospiz Luise auf, und lade Sie ein, mich zunächst auf eine kleine Zeitreise zu begleiten:

Nicht allgemeine, sondern konkrete Beschlüsse sind notwendig, die der jeweiligen Lage entsprechen

Luise von Marillac


Gemäß dieser Überzeugung wurde 1998 der Ambulante Palliativdienst mit der Idee gegründet, schwerstkranke und sterbende Menschen zu Hause und in den Pflegeheimen zu begleiten. Zunächst war es Adelheid Werner, die mit ihrer langjährigen ambulanten und stationären Erfahrung den Patienten und ihre Angehörigen vor Ort mit Rat und Tat zur Seite stand. Darüber hinaus wurden Basisversorger wie Hausärztinnen und –ärzte und Pflegedienste beraten. Eine Kooperation mit dem Klinikum Hannover in der Form von zwei überstellten Mitarbeiterinnen ermöglichte die mittlerweile notwendig gewordene Teamerweiterung. Palliative Care verfolgt einen multiprofessionellen Ansatz; neben den Palliative Care Fachkräften kamen ein Palliativmediziner und eine sozialpädagogische Mitarbeiterin hinzu.

Von Anfang an war der APD Luise Teil eines Netzwerkes, dem Palliativstützpunkt Stadt und Region Hannover, so dass ein permanenter fachlicher Austausch zu Fragen der Palliativversorgung über den eigenen Tellerrand hinaus stattfand. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit weiteren Palliativdiensten (Diakovere Palliativdienst und der Ambulante Palliativ- und Hospizdienst der Diakoniestationen) führte dazu, die 24
stündige Rufbereitschaft für die Patienten gemeinsam zu leisten und somit auch ressourcenorientiert zu agieren.

Als ich im September 2010 die Leitung übernahm, hatte ein erfahrenes und engagiertes Team bereits viele Menschen kompetent beraten und begleitet. Wie zu Beginn der stationären Hospizarbeit sind die Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Hildesheim auch hier ein Wagnis eingegangen, denn bis zum April 2010 gab es keine geregelte Finanzierung, diese folgte erst dann im Rahmen der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung SAPV.

Viel habe ich in den ersten Jahren lernen dürfen, dabei konnte ich von den Erfahrungen des Teams profitieren. Die Selbstverständlichkeit, mit der Angehörige ihre Partnerinnen und Partner, Eltern und auch Kinder, Freundinnen und Freunde pflegen und umsorgen, ist beeindruckend und verdient Achtung und Respekt. Die jeweiligen Situationen lehren mich immer wieder, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Das bedeutet, Schwerstkranke und Angehörige in ihren ganz individuellen Bewältigungsstrategien wahrzunehmen und zu fördern. Dies kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten sich als Teil eines Sorge-Teams verstehen, in dem Kooperationen gelebt werden.

Wir sind dankbar, dass sich im Laufe der Jahre tragfähige und intensive Arbeitsbeziehungen entwickelt haben. Der Ambulante Palliativdienst versteht sich von jeher als Ergänzung zur hausärztlichen und pflegerischen Versorgung. Ich finde es wichtig, den zunehmenden Anforderungen und Arbeitsverdichtungen im respektvollen Miteinander zu begegnen.

Wir feiern den 25. Geburtstag des Hospiz Luise und wir als APD freuen uns mit unserer großen Schwester/ unserem großen Bruder über die Entwicklung von einer Pioniereinrichtung zu einem Hospiz mit Gütesiegel. Ich erlebe in unserem Hause ein gutes Miteinander der unterschiedlichen Dienste. Die verschiedenen Arbeitsbedingungen (ambulant-stationär) laden immer wieder dazu ein, über den eigenen Tellerrand zu schauen und Haltungen und Überzeugungen in Frage zu stellen. So profitieren wir gegenseitig von unserer Unterschiedlichkeit.

Die Hospiz- und Palliativarbeit hat ihre Wurzeln im bürgerschaftlichen Engagement. Die Verabschiedung des Hospiz- und Palliativgesetz im Jahre 2015 ist ein großer Erfolg dieser Bewegung und hat dazu beigetragen, dass die Forderung nach einem würdevollen Umgang mit Menschen an ihrem Lebensende dort, wo sie leben, zu Hause, allein oder mit Angehörigen, im Pflegeheim, in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen stärker im Bewusstsein unserer Gesellschaft angekommen ist.
Von den spezialisierten Einrichtungen wie dem Hospiz und dem Ambulanten Palliativdienst möge über die Tellerränder hinaus ein Signal zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in verwandten Einrichtungen des Gesundheitswesens ausgehen!


Anja Bohlen-Bruchmann Leitung Ambulanter Palliativdienst Stellvertretende Gesamtleitung Hospiz Luise

4. v. links Anja Bohlen-Bruchmann

Fotos: Kurt Bliefernicht, Pixabay und ich 🙂

„FREUND HAIN – Das Spiel des Lebens“

„FREUND HAIN – Das Spiel des Lebens“

„Wir werden sterben. Das ist absolut gewiss und vollkommen sicher. Aber wir wollen nichts davon wissen. Bis jetzt. Denn jetzt gibt es Freund Hain. Und unser wunder Punkt wird unsere größte Chance.“ Nach dem Riesen-Erfolg im Jahr 2019 wird das Theater an der Glocksee uns anlässlich des 25. Geburtstages erneut mit Fragen, Ideen und Vorstellungen rund um „Freund Hain“ auf anspruchsvolle und wunderbare Weise zum Nachdenken, Lachen und Leben bringen. Darauf freuen wir uns sehr und laden ein! Weitere Informationen finden Sie auf folgender Website

Theater an der Glocksee
Glockseestr. 35, 30159 Hannover
info@theater-an-der-glocksee.de

 

Flurgeflüster

In einem Hospiz gibt es unterschiedliche Bereiche. Einer davon ist die Hauswirtschaft. Unser Hausmeister Slavko, Konni & Klaudia mit einer Zusatzkraft, die gemeinsam so viel mehr sind als das Wort Hauswirtschaft ausdrücken könnte.
Morgens um kurz nach 5 hört man den Schlüssel von Konni in der Haustür. Wenn ich Nachtdienst habe ist das immer ein Highlight. Der Kaffeeduft zieht schon durch das Haus und dann kommt Konni strahlend in die Küche. Immer. „Weil es ein Glück ist, dass sie gesund ist, eine Familie hat, die sie liebt“, sagt sie. Mein Gefühl zu Konni ist, dass sie voller Lebensfreude ist und wunderschöne Melodien in sich trägt, die wir immer hören können, wenn wir ihr im Alltag auf den Fluren im Hospiz begegnen.

Slavko ist unser Hausmeister. Das bedeutet in einem Hospiz auch den unmittelbaren Kontakt zu unseren Patienten. Bis zum Nachmittag gehört Slvako auch zu unseren gemeinsamen Mahlzeiten. In Zeiten von Corona sind diese sehr einsam, weil unser Wintergarten immer noch geschlossen ist, für dieses wunderbare Ritual. Das fehlt. So sieht man dieser Tage aber auch Patienten, die Slavko draussen besuchen, wo er gerade im Garten arbeitet. Zeit für ein Gespräch hat er immer. Geduldig hört er unsere Reparaturwünsche, fährt das Klavier durch das Haus, grillt für uns, erklärt uns, warum wir keinesfalls über seinen geliebten Rasen laufen dürfen… und wir sind nach jedem Urlaub von Slavko froh, wenn er wieder im Haus ist.

Klaudia ist der ruhige Pol im Team. Leise und dennoch mit viel Präsenz und Gefühl für die Situation ist sie im Haus unterwegs. Sie erkennt schon an unserer Nasenspitze, wie unser Tag ist. Sind wir angestrengt, entspannt, unruhig, gestresst, albern oder müde. Intuitiv reagiert sie mit den richtigen Gesten. Dann darf ich zum Beispiel auch noch ein paar Minuten länger im Dienstzimmer sitzen bleiben und dokumentieren, auch wenn dort eigentlich gerade gewischt werden soll. Manchmal stehen wir im 1. Stock im Türrahmen, wenn ich im stationären Bereich arbeite und dann reden wir über unsere Kinder und was uns sonst bewegt. Flurgeflüster.

Unsere Hauswirtschaftskräfte sind Teil des Teams. Lange war auch Claudia die Dritte im Team und wird momentan vertreten. Es ist besonders hier zu arbeiten, ein Ort, an dem man auch Schicksale hautnah erlebt und zwischen Nähe und Distanz balanciert.
Konni und Klaudia bekommen morgens eine Übergabe, ebenso wie das Ehrenamt. Sie wissen, was sich hinter den Türen gerade für eine Situation darstellt, ob Angehörige im Zimmer sind, wer ausschlafen möchte und wer sterbend ist. Beim Sommerfest haben sie feste Aufgaben, ebenso wie bei anderen Veranstaltungen. Wir lachen zusammen, wir tauschen Erfahrungen über schnöde Dinge, wie Intervallfasten aus. Wir trösten einander, wenn wir traurig sind. Wir sind ein Team.

Einmal hat es bei uns im Haus Alarm geklingelt. Ich war gerade in Zimmer 7, meine Patientin in der Waschecke. Vor der Tür war Konni, ich bin raus und habe ihr nur zugerufen, ob sie ein Auge haben kann. Das hatte sie, die Patientin war wohlbehütet, als ich zurückkam. Da sind keine Berühungsängste. Slavko weiß am Mittagstisch genau, was die Patient*innen mögen und ist immer hilfsbereit. Klaudia hört genau hin, wenn die Patient*innen schon früh morgens auf sie einreden, und merkt genau, wann sie uns rufen muss.
Wir sind ein Team.
Ich bin voller Bewunderung für meine Kolleg*innen aus der Hauswirtschaft, dass sie an diesem Ort in einer liebevollen Selbstverständlichkeit für uns da sind.
Danke dafür,

herzlich
Eure Nici

#stayathomemarathon

Sonnenschein, blauer Himmel und im Ziel wartet dein Mann mit deiner Medaille. So war mein Staffelanteil heute morgen. Ich bin bekennende „Nichtläuferin“ und habe nur einen kleinen Anteil unseres Gemeinschaftsprojektes: „25 Jahre Hospiz Luise Staffel“ geleistet. Immerhin hatte ich die Idee und konnte weitere 11 Läufer*innen im Laufe der letzten Monate von meiner Idee begeistern.

Wir hatten Vorfreude, haben uns Trikots bedrucken lassen, mehr oder weniger fleissig trainiert, hatten schon Helfer*innen für die Wechselposten organisiert und den kleinen Traum, Hand in Hand ins Ziel zu kommen.
Träume platzen manchmal wie Seifenblasen. Dennoch bleibt von so einer Seifenblase ja was übrig. So schimmernde, leicht klebrige Flecken und Tropfen. So sind auch wir Einzeläuferinnen und Einzeläufer übrig geblieben und haben heute morgen jeder unsere Staffelstrecke absolviert.

Was für ein herrlicher Tag dafür! Wir sind super dankbar, dass das Team vom Hannover Marathon dies möglich gemacht hat. Jetzt folgen einfach ein paar Zitate aus unserer Marathongruppe und Fotos!
#stayathome #hajmarathon #stayathomemarathon #runnover

Unsere Fans am Wegesrand waren auch anwesend und haben ihr bestes gegeben!

Liebe Grüße an Euch alle von Philipp und Kerstin – es war ein schönes Gefühl, mit Euch in Gedanken zu laufen…, wie schön wird das dann erst in echt!

Ich bin noch nie so schnell gelaufen – ehrlich nicht. Und vor allem nicht 7km!

Ich bin ankgekommen! Aber wir mussten den Marathon ja voll bekommen. Geht doch 🙂

…heute hat mich leider die Pollenallergie etwas mitgenommen, daher weniger Power, aber ich habe es durchgezogen und mir die Jahrhundert Medaille verdient!

Hat mega Spaß gemacht und wir gehen jetzt duschen und Frühstücken. Wir holen das 2021 in Hannover nochmal gemeinsam nach!

Wohoo – und am 18. April 2021 dann so richtig Danke an mein tolles Team…und das Team vom Marathon Hannover

Dann war da noch Katrin aus Burgwedel. Sie ist für uns gelaufen und hat unseren Namen nicht getanzt, sondern geschrieben. Danke ❤

Wer jetzt Lust hat, im nächsten Jahr für die Luise zu laufen, der melde sich doch gerne bei mir!

Bleibt schön gesund und eine virtuelle Umarmung,

Eure Nici

Fan Manuela 🙂

Fotos sind vom Marathonteam Britta, Jacqueline, Regine, Evangelos, Elena, Philipp, Kerstin, Nici, Stefan…Manuela….Katrin….

ABSCHIED IM HOSPIZ

Ein Artikel von Grit Biele aus der Märzausgabe des Asphaltmagazin

Mit freundlicher Genehmigung des Asphaltmagazin darf ich diesen Artikel hier heute auch einstellen. Danke, Grit, für deine Worte!

Sonnenstrahlen funkeln durch die Fenster. Sie machen das Zimmer hell und freundlich. An der Wand steht ein großer Tisch mit zwei Stühlen. Auf dem Tisch stehen Fotos. Von den erwachsenen Kindern und den Enkeln. So, dass man sie auch im Liegen gut sehen kann. In der Mitte des Zimmers zwei Betten. Dicht nebeneinander. Eins ist leer. Nur eine glatt gezogene
Decke und ein Kopfkissen liegen drin. In dem anderen Bett liegt Ralf-Otto Burgdorf. Frisch rasiert und mit kurzem grauen Stoppelhaar. Er hat einen blauen Kapuzenpullover an, die Bettdecke ist bis zum Bauchnabel hochgezogen. Links neben seinem Bett steht ein Infusionsständer mit Perfusor. Über den bekommt der hagere Mann Medikamente gegen die Schmerzen. Ganz langsam, aber kontinuierlich. Auf dem Stuhl am Tisch sitzt seine Frau Ariane. Seit November 2019 wohnen die beiden gemeinsam im Hospiz Luise in Hannover.


Vor 25 Jahren hat die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Hildesheim das Hospiz Luise gegründet. Es befindet sich im Hannoverschen Stadtteil Kirchrode und war das erste stationäre Hospiz in Niedersachsen. Bis zu acht Patienten kann das Hospiz gleichzeitig aufnehmen. Fünf Patientenzimmer befinden sich im Obergeschoss des Hauses, drei im Untergeschoss. Sie sind in erster Linie zweckmäßig eingerichtet, denn allein schon wegen der Hygiene müssen bestimmte Standards eingehalten werden. Und auch die bestmögliche Versorgung durch die Pflegekräfte sollte stets gewährleistet sein. Daher ist es wichtig, dass nichts im Weg steht. Um dem Zimmer dennoch einen wohnlichen Hauch zu verleihen, ist persönliches Mobiliar, wie beispielsweise der bequeme Lieblingssessel zum Ausruhen, immer gern gesehen. Für eine heimische Atmosphäre sorgen daneben ein gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer und der gemeinsame Essbereich im Wintergarten im Erdgeschoss des Hauses. Hier können die Patienten zusammenkommen, sich austauschen, gemeinsam essen oder auch einfach mal abschalten. »Insgesamt 17 Hauptamtliche und 27 Ehrenamtliche kümmern sich im stationären Bereich um die Belange unserer Patienten und deren An- und Zugehörigen«, sagt Kurt Bliefernicht, Leiter des Hospizes Luise.


Diagnose mit Folgen
Ralf-Otto Burgdorf ist auf pflegerische und medizinische Hilfe angewiesen. Weil der Dachdeckermeister längere Zeit mit enormen Bauchschmerzen zu kämpfen und ständig Probleme beim Toilettengang hat, lässt er sich gründlich untersuchen. »Durch Ultraschall hat mein Arzt im April 2019 dann Bauchspeicheldrüsenkrebs festgestellt«, erzählt der 57-Jährige mit langsamer rauer Stimme. Weil diese Erkrankung lange symptomlos bleibt, ist sie tückisch. Erst spät bekommen Patienten Beschwerden wie Oberbauchschmerzen und Verdauungsstörungen. Deshalb wird Bauchspeicheldrüsenkrebs oft erst entdeckt, wenn er bereits weit fortgeschritten ist. Dann aber sind die Chancen auf Heilung meist nur noch sehr gering. Am 08. April wird der Familienvater operiert. »Die Ärzte wollten gucken, ob man noch was machen kann. Als ich wieder wach geworden bin und nicht auf der Intensivstation lag, wusste ich schon Bescheid. Es war nichts zu mehr machen. Sie hatten mich also nur aufgeschnitten, nachgeguckt und wieder zugenäht«, sagt Burgdorf. Doch aufgeben war keine Option. Ärzte prognostizieren noch drei Monate Lebenszeit ohne Chemotherapie, etwa sechs bis acht Monate mit Chemotherapie. »Ich habe mich dann für eine Chemotherapie entschieden. Ich wollte ja leben«, gibt sich Burg dorf kämpferisch. Eine Zeit voller Torturen beginnt. Die Chemotherapie schwächt den Körper, zusätzliche Erkrankungen kommen hinzu, weitere Operationen folgen. Aber es gibt auch schöne Momente. Gemeinsam mit seiner Familie geht es nochmal in den Urlaub. Nach Spanien. »Den wollte ich unbedingt noch machen. Von den 14 Urlaubstagen hatte ich dann auch fünf schöne Tage, bevor ich in Spanien für den Rest der Zeit ins Krankenhaus gekommen bin«, verrät der 57-Jährige. Vom Krankenhaus in Spanien geht es dann direkt ins Krankenhaus in der Heimat und von dort zunächst wieder nach Hause. In die eigenen vier Wände. Unterstützt wird Burgdorf ab jetzt von einem ambulanten Pflegedienst. »Die waren immer mal für zehn Minuten da, um mir mein Schmerzmittel, das Morphin, über die Pumpe zu verabreichen. Aber ich hatte den Eindruck, dass es nicht wirklich ausgebildete Pflegekräfte waren. Die Schläuche von meiner Pumpe wurden nicht ordnungsgemäß gespült, wodurch es dann zum Stau kam. Natürlich habe ich fürchterliche Schmerzen bekommen. Niemand war dann erreichbar, um zu helfen«, bemerkt Burgdorf kopfschüttelnd. Schon bald steht fest: Zu Hause geht es nicht mehr. Ralf-Otto Burgdorf kommt zunächst auf die Palliativstation in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). »Im Juni hatten wir erstmals Kontakt mit dem Hospiz Luise aufgenommen. Denn die Palliativstation ist ja auch nur eine Durchgangsstation«, betont Ariane Burgdorf. Im November dann die erlösende Nachricht: Im Hospiz Luise ist ein Platz frei geworden. Der Dachdeckermeister und seine Frau ziehen gemeinsam ein. »Das ich hier einen Platz bekommen habe, ist für mich wie ein Sechser im Lotto. Diese Versorgung hier, die kriege ich sonst nirgends. Auch wenn ich zu Hause einen ganzen Harem an Frauen hätte. Was die Pflegekräfte hier leisten und wie würdevoll sie mit mir umgehen, habe ich noch nie erlebt«, schwärmt Burgdorf. Immer wieder befeuchtet er sich mit einer kleinen Sprühflasche, gefüllt mit Wasser, seinen trockenen Mund. Trinken fällt ihm mittlerweile schwer und auch das lange Reden geht nicht mehr ganz so leicht.


Individuelle Pflege und Betreuung
Bei ihren täglichen Ablaufplanungen versuchen die Mitarbeitenden im Hospiz Luise die Bedürfnisse der Patienten immer mit einzubeziehen. »Wir treffen beispielsweise Verabredungen mit ihnen, wann wir sie waschen, ob sie zu den Mahlzeiten in den Wintergarten kommen möchten oder ob sie lieber im Zimmer essen. Jeder Tag wird sehr individuell gestaltet und sieht daher immer anders aus«, erzählt Nicole Friederichsen, Krankenschwester im Hospiz. Bei all dem ist die würdevolle Begleitung zum Lebensende für alle das Wichtigste. Dabei soll die Symptomlast der Patienten so gering wie möglich gehalten werden. »Viele genießen es, in eine ruhige Atmosphäre zu kommen. Wo sie Zeit haben, mit der Familie Abschied zu nehmen. Sich mit dem Thema Tod und Sterben auseinanderzusetzen. In erster Linie wird hier aber erst nochmal gelebt, bevor gestorben wird«, beschreibt Friederichsen die Grundhaltung aller Kollegen. Regelmäßig kommt eine Musiktherapeutin ins Haus und hin und wieder gab es auch schon mal Konzerte für die Patienten. Aber: »Wir versuchen schon herauszufinden, was für die Patienten von Bedeutung ist oder ob sie einfach nur die Ruhe genießen möchten« betont Friederichsen.

Eine feste Größe im Haus ist der gemeinsame Mittagstisch. Jeder der kann und Zeit hat, nimmt daran teil. Patienten, der Hausmeister, die Kolleginnen aus der Pflege, Mitarbeitende aus dem Sekretariat und Besucherinnen und Besucher. »Das wird von unseren Ehrenamtlichen immer ganz liebevoll begleitet. Die sind sozusagen die Gastgeber für uns. Das ist wirklich schon ein Ritual hier«, verrät die 46-jährige Krankenschwester. Einzige Regel: man muss pünktlich um 12 Uhr im Wintergarten sein. Trotz der täglichen Konfrontation mit dem Sterben und dem Tod arbeitet Nicole Friederichsen gerne im Hospiz. Für sie ist ihr Beruf Berufung. »Ich kann mir keinen besseren Arbeitsplatz vorstellen. Schon als junge Auszubildende habe ich mich viel um Patienten gekümmert, die im Sterben lagen. Ich habe immer akzeptiert, und das muss man, wenn man in einem Hospiz arbeitet, dass das Leben endlich ist und das Sterben dazu gehört«, bestätigt sie.

Ralf-Otto Burgdorf bekommt nicht nur Unterstützung und Trost von den Pflegekräften und den Ehrenamtlichen. Auch seine 53-jährige Ehefrau ist immer für ihn da. »Seitdem mein Mann hier im Hospiz ist, habe ich noch nicht wieder zu Hause geschlafen«, erzählt sie etwas erschöpft. Zwar ist sie in der Zeit von 12 bis 17 Uhr regelmäßig zu Hause, kümmert sich um das Büro der Firma und geht ein Mal in der Woche in einem Steuerbüro arbeiten, den Rest der Zeit ist sie aber fast ununterbrochen bei ihrem Mann und gibt ihm Halt und Kraft. »Ich glaube, für ihn ist das Wichtigste, dass ich einfach nur da bin«, bemerkt die 53-Jährige. »Wo ich kann, unterstütze ich ihn. Ich helfe ihm beim Waschen, reibe meinen Mann mit Pflegemitteln ein, bringe Getränke mit oder wenn er Lust darauf hat, auch mal ein Eis.« Sie selbst schöpft ihre Kraft aus dem Zusammenhalt der Familie. Und: »Weil mein Mann und ich uns eben lieben. Das ist wohl das Wichtigste überhaupt«, betont sie.

Die weihnachtliche Tafel im Zimmer Burgdorf


Kurzfristige Ziele setzen
Neun Wochen wohnen die beiden nun schon im Hospiz Luise. Das Zimmer verlässt Ralf-Otto Burgdorf kaum. Die Krankheit hat ihn geschwächt. »Ab und zu bekommen die Pflegekräfte mich so stabil, dass ich meine ganze Energie aufbringe und in den Rollstuhl kann. Dadurch bin ich jetzt schon zwei Mal unten im Aufenthaltsraum gewesen und konnte gemeinsam mit anderen Patienten essen«, erzählt er. Aufgrund seiner fortgeschrittenen Erkrankung kann der 57-Jährige jedoch nur noch Miniportionen zu sich nehmen. Die meiste Zeit des Tages verbringt Burgdorf im Bett. Wasser in den Beinen und im Körper belasten ihn zusätzlich. Dafür bekommt er regelmäßige
Lymphdrainagen. »Ansonsten ist es nur ein Warten, dass ich dann würdevoll die Seite wechsle. Woanders könnte ich das wahrscheinlich nicht. Aber hier wird mir so viel Angst genommen, dass ich mich nicht fürchte, die Seite zu wechseln«, verrät der Familienvater. Seitdem der Hobby-Hühnerzüchter von seiner unheilbaren Krebserkrankung erfahren hat, hat er sich immer wieder kleine Ziele gesetzt. Nicht zu weit im Voraus. Die Ziele sollen schließlich erreicht werden. »Ich wollte unbedingt Weihnachten noch erleben. Nochmal mit der ganzen Familie feiern. Die Schwestern hier haben das dann ermöglicht. Sie haben das Zimmer so umgeräumt, dass die gesamte Familie genügend Platz hatte«, erzählt Burgdorf begeistert. Wieder befeuchtet er mit seinem Spray den Mundraum. Er wirkt erschöpft. Sein nächstes Etappenziel, Silvester zu feiern, erlebt Burgdorf ebenfalls. Und seinen Geburtstag am 04. Januar. Da kommt der Familienvater sogar noch mal nach Hause. »Das war das Schönste, was ich erlebt habe. Die Schwestern hier im Hospiz haben den Wünschewagen von den Maltesern gebucht und die haben mich dann nach Hause gefahren. Mit 75 Gästen konnte ich so meinen Geburtstag feiern«, erzählt er gerührt. Als nächstes möchte er am 24. Januar gemeinsam mit seinen Kindern Urlaubsfotos gucken. Dann kommen diese nämlich aus der Karibik zurück, von einem Urlaub, den Ralf-Otto und Ariane Burgdorf ihnen geschenkt haben, weil sie selber diese Reise nicht mehr antreten konnten. Es war das letzte Ziel, das der 57-Jährige noch geschafft hat. Einen Tag später hat Ralf-Otto Burgdorf die Seite gewechselt.

Grit Biele



Aufnahmekriterien

Jeder Antrag auf einen Platz im Hospiz wird zunächst gründlich geprüft. Klare und strenge Aufnahmekriterien sorgen dafür, dass nur diejenigen in ein Hospiz einziehen dürfen, die diese Hilfe auch wirklich benötigen. »Der Patient muss zu diesem Zeitpunkt eine unheilbare, weit fortgeschrittene Erkrankung haben und die Lebenserwartung wird nur noch für Tage bis wenige Wochen vermutet«, erklärt Kurt Bliefernicht, Leiter im Hospiz Luise. Außerdem müsse der Patient eine hohe Symptomlast aufweisen, wie Übelkeit, Schmerzen, massive Unruhe, die in der häuslichen Versorgung nicht beherrschbar ist. Und, der Arzt muss die Aufnahme in ein Hospiz aus medizinischer Sicht begründen. »98 Prozent unserer Patienten sind Krebspatienten im Endstadium. Die restlichen zwei Prozent sind neurologische Erkrankungen wie ALS (Amyotrophe Lateralsklerose), MS (Multiple Sklerose) oder eine schwere
COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung)«, so Bliefernicht. Maximal sechs Monate dürfen die Patienten im Hospiz bleiben. Zeichnet sich ein längerer Aufenthalt ab, muss der Arzt erneut eine Begründung einreichen, warum die Unterbringung im Hospiz weiterhin notwendig ist. Die durchschnittliche Verweildauer eines Patienten im Hospiz beträgt 19 Tage.


Hospiz in Zahlen

Die Geschichte der Hospize geht bis ins Mittelalter zurück. Ein Hospitium (lateinisch für Hospiz) war damals eine kirchliche oder klösterliche Einrichtung, die sich um Pilger, Bedürftige, Fremde, Kranke oder auch Schwache kümmerte. In Frankreich gab es 1842 eine Einrichtung, die sich erstmals speziell mit der Pflege von Sterbenden beschäftigte. 1967, also mehr als 100 Jahre später, wurde das erste stationäre Hospiz im Sinne der Palliativ Care bei London eröffnet, wo 1982 auch das erste Kinderhospiz entstand. In Deutschland wurde das erste stationäre Hospiz 1986 in Aachen gegründet. Inzwischen gibt es deutschlandweit etwa 240 stationäre Einrichtungen, davon mehr als 15 für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und mehr als 300 Palliativstationen in Krankenhäusern sowie über 1500 ambulante Hospizdienste. Finanziert wird die Arbeit in einem deutschen Hospiz durch die Kranken- und Pflegekassen. Hierfür fechten die Betreiber regelmäßig Bedarfssatzverhandlungen aus. 95 Prozent der Kosten übernehmen dann die Kassen, fünf Prozent muss der Betreiber über Spenden und über das Ehrenamt selbst finanzieren. Patienten zahlen für ihren Aufenthalt im Hospiz nichts.

Danke an Grit Biele für diesen großartigen Artikel, Danke an Familie Burgdorf für die Bereitschaft so offen einen ganz persönlichen Teil ihres Lebens mit uns zu teilen, Danke an die Asphalt Redaktion und Georg Rinke. Danke, dass ich das hier im Blog teilen durfte!

Herzliche Grüße

Eure Nici

Tue Gutes – Teil 3

Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder. Sie geben das Empfangene zehnfach zurück.

August von Kotzebue

Die Zeiten sind gerade ungewöhnlich – milde ausgedrückt. Gerade gestern habe ich eine Mail in meinem Hospizpostkasten gefunden. Frau Prof. Dr. Begemann hat uns geschrieben, denn am 15. hätten wir eingentlich eine gemeinsame Veranstaltung gehabt. Die werden wir nachholen!
Dennoch passiert hier was. Das berührt mich immer wieder auf´s Neue. Was für eine Kreativität da entsteht und wie viele Menschen an uns denken.

Wohnzimmerkonzert

Mein Geburtstag am 23. März fiel auf den ersten Tag der Kontaktbeschränkungen. Mein ohnehin geplantes Konzert mit Milou&Flint war schon abgesagt und gemeinsam mit H1 Fernsehen, Grünes Zimmer und Matthias Brodowy gab es ein Wohnzimmerkonzert im Livestream. Bis heute sind
4915.55 Euro an Spenden eingegangen. Im Umschlag, über Paypal, über das Konto, über betterplace. Ich bin total überwäligt und sage allen an dieser Stelle nochmal DANKESCHÖN!!! Auch mit dem Brief von unserer Leitung Kurt Bliefernicht!

#stayathomemarathon

Wir wollten mit zwei Staffeln laufen, jetzt laufen wir zuhause. In unseren wunderbaren Trikots, die uns die Firma Gerd Koch noch gerade fertigstellen konnte. Außerdem haben wir eine Unterstützung für die Trikots von 100 Euro von einem Spender erhalten. Danke dafür!!
Unfassbar, was das Team von Stefanie Eichel jetzt leistet und die erste Startnummer ist auch schon da! Wer uns pro gelaufenen Kilometer dennoch unterstützen möchte, der darf sich gerne bei uns melden oder direkt spenden:

Hospiz Luise
Sparkasse Hildesheim
IBAN: DE91 2595 0130 0039 9993 31
BIC: NOLADE21HIK
Verwendungszweck: Marathon

Hasispende

Das ist sicherlich die rührendste Spende dieser Tage. Viele meiner KollegInnen und ich waren schockverliebt in den Handschmeichler-Hasen einer Patientin. Ich habe mit Erlaubnis ein paar Fotos gemacht und eine Freundin aus Burgwedel hat uns dann einen eigenen Luisen-Hasen genäht. Der muss unbedingt in Serie gehen. Wir sind sehr verliebt und mein Kollege Holger hat wie versprochen das erste Exemplar erhalten. Merci, Claudia!! Die Anleitung gibt es auf ihrer Seite bei KIRADO

Maskenspende

Dann gab es noch die Unterstützung vom NKR. Gleich 20 selbstgemachte Masken, die eine Mitarbeiterin nach ihrem Feierabend näht sind bei uns angekommen und helfen uns bei der täglichen Arbeit. Tausend Dank dafür!!

Wiederholungstäterin

Sandra von Centaurea Cosmetic hat uns auch schon wieder 100,50 Euro überwiesen. Dafür hat sie ihr letztes Trinkgeld und Spenden aus einem Hefedeal gesammelt. Danke dafür, liebe Sandra!

Schokolade

Eine große Spende in Form von Schokolade hat uns vor Ostern erreicht. Ich durfte bei Ikea Großburgwedel eine Wagenladung Schokolade abholen. Meine Freundin Amely hat es vermittelt und die Kolleg*innen von Ikea haben es umgesetzt. Die rechne ich jetzt aber nur auf unsere Hüften – nicht auf die Gesamtsumme. Vielen lieben Dank dafür!!

Damit bin ich bei 10.147,27 Euro von erhofften 25.000 Euro!!!!

Ihr wißt, es fällt in meiner Blogzeit noch einiges aus, aber ich bin ja schon dabei wieder kreativ zu werden. Zum Beispiel bei meiner neuesten Aktion, Minileinwände von Prominenten und KünstlerInnen gestalten lassen. Wer mitmachen will, der schreibe mir einfach eine Nachricht!
25jahrehospizluise@gmx.de

Herzlichen Dank an euch alle und ich freue mich auf weitere kreative Ideen und Unterstützung. Das Leben ist bunt!

Eure Nici

Fotos Nici, Claudia, Jacky & Pixabay

Familienfest

Ostern ist in vieler Hinsicht ein besonderes Fest. Die Kirche feiert die Auferstehung von Jesus Christus. Die Fastenzeit endet. Familien kommen zusammen und feiern gemeinsam im jungen Frühling . Kinder suchen hierzulande im Garten die Osternester. Der Papst spendet von seinem Balkon den Segen Urbi et orbi. Geschmückte Frühlingszweige, Osterhasen, Leckereien.
Dieses Jahr ist vieles anders. Dennoch für viele von uns kein Grund zu klagen. Wir leben in diesem reichen Land und sind sehr gut versorgt. Wir hungern nicht, und wenn doch, gibt es wundervolle Menschen, die versuchen auch den Schwächsten zu helfen. Die Krankenhäuser und das Personal wachsen zusammen und über sich hinaus. Unternehmer*innen haben in diesen Tagen begründete Ängste, ebenso alle Selbständigen und Selbständige. Es werden harte Zeiten kommen. Nicht das erste Mal.

Im Hospiz haben die Patient*innen oft noch Ziele vor Augen. Oft sind es Familienfeste. Ein Geburtstag, die Geburt eines Enkelkindes. Eine Hochzeit für die das Kleid schon zuhause im Schrank hängt. Ich bin immer wieder verwundert, welche Kräfte ein geschwächter Körper doch entwickeln kann, wenn er Zeit gewinnen möchte.
Sehr gut kann ich mich an eine Mutter erinnern, die unbedingt wollte, dass ihre kleine Tochter getauft wird. Eigentlich ein großes Familienfest. Ein Termin war schnell gefunden und die Paten eingeladen. Der Pastor informiert, die Taufkerze war in Arbeit. Dann hat sich der Zustand der Patientin drastisch verschlechtert. Uns war klar, wir können den angestrebten Termin nicht halten.
Plan B. Unser Seelsorger, Paten vorbestellen, Kerze schneller fertig machen. Für das kleine Zimmer waren wir sehr viele Menschen.
Heute wäre das gar nicht möglich. Vielleicht per Skype. Mit Mundschutz.
Doch das war eine andere Zeit. Wir haben gemeinsam gesungen, ich habe Bilder mit dem Handy des Vaters gemacht. Die Mutter hatte schon seit einigen Stunden nicht mehr reagiert. Doch unser gemeinsames Ritual hat sie lächeln lassen. Wohlwissend, dass ihr Wunsch in Erfüllung gegangen war. In solchen Momenten weine ich auch. Da kann ich gar nicht anders. Wir alle waren so gerührt. Da war auch Freude, nicht nur Trauer. Leben.

Gestern habe ich vor Ostern meine Mama getroffen. An einer Raststätte. Sie ist viel allein, aber sie ist es auch gewöhnt und schlägt sich tapfer. Wir sind ein Stück gegangen, sie hat geweint. Soviel Nähe trotz unserer Distanz an die wir uns gehalten haben.
Ostern wird sie nicht kommen. Wir werden auch nicht die Mutter meines Mannes besuchen. Das erste Mal seit Jahren habe ich wieder einen Osterstrauß geschmückt. Ich bin schon gespannt wie es im Hospiz aussehen wird, wenn ich Sonntag meinen Dienst wieder antrete.

Im Hospiz tragen wir jetzt immer Masken. Tanzen den Mindestabstand ohne eine Musik, bewegen uns vorsichtig um einander herum. Versuchen die emotionale Last unserer Patient*innen zu lindern.
Alle gemeinschaftlichen Rituale sind dahin. Kein Osterschmaus im Wintergarten mit fröhlichen Gesichtern. Vor einigen Jahren habe ich an Ostern alkohlfreien Sekt getrunken, die ganze Tafel war voll, wir haben gelacht, gescherzt und am Ende war ich glückselig und hatte einen gefühlten Schwips. Leben.
Meine Gedanken sind dieser Tage bei den Menschen in Ländern, in denen eine gute Versorgung nicht gewährleistet ist. Die kein Wasser zum Händewaschen haben und keinen Platz, um einen Mindestabstand zu gewähren. Deren Chancen von vorneherein schlecht stehen.
Ja, die Krise ist schlimm. Ja, es werden Menschen sterben. Ja, es sind sehr viele Menschen in großer Trauer und haben Angst. Ja, ich finde es mitunter auch sehr bedrückend und denke auch an Menschen, die existentiell in Not geraten. Dennoch, wir werden weiterleben. Gestärkt. Achtsamer. Mehr Miteinander. Langsamer. Leben.

Wo immer ihr auch seid, ich wünsche euch gesegnete und behütete Tage im Kreise derer, die möglich sind. Ich freue mich auf Ostern im Hospiz und nach Dienstschluss mit meiner kleinen Familie. Ich werde euch natürlich ein paar Bilder senden und einen Lagebericht geben. Es wird ruhiger als sonst, aber vielleicht auch gerade deshalb ganz besonders intensiv.
#stayathome

Herzlich Eure
Nici

Bilder: Pixabay und ich 🙂