Schaukeln

Wir haben alle einen langen und anstrengenden Winter hinter uns. Auch der März zeigte sich bisher nicht von seiner wärmsten Seite. Jetzt gewinnt die Sonne langsam an Kraft und die schönen Tage nahen.

Deshalb sind wir auch wieder mit einem neuen Projekt unterwegs und möchten auch wieder etwas Gutes für unsere Patient*innen tun. Der Garten wird wieder Zufluchtsort und Kraftquelle werden. Deshalb wollen wir noch mehr Oasen schaffen. Für Patient*innen, Besucher*innen und auch mal für uns. Die formulierten Wünsche bei betterplace sind i-Tüpfelchen unserer Arbeit. Wie schon in anderen Bereichen beschrieben sind wir jedes Jahr bemüht unsere anteiligen Kosten von 5% für die uns anvertrauten Patient*innen durch Spenden zu erreichen.
Tief getroffen von der Corona-Pandemie ist auch unser Jahr wieder geprägt durch Absagen, Nichtplanungen und Ungewissheit. Das erschwert uns die Arbeit sehr. Deshalb bitten wir auch imme wieder ganz herzlich um die Unterstützung von euch! Tretet unserem Freundeskreis bei, werdet Dauerspender*innen (jeder kleine Beitrag hilft!) oder organisiert gerne kleine Aktionen. Wir berichten sehr gerne darüber.

Was ein Mensch an Gutem in die Welt hinausgibt, geht niemals verloren.

Albert Schweitzer

Nochmal zurück in unseren Garten. Während ich schreibe ist mein Fenster auf. Narzissen, Scylla und Tulpen kann ich aus meinem Fenster sehen. Wir haben viele Bäume und so finden die Vögel auch ihren Platz. Es wird also um die Wette gezwitschert. Das Eichhörnchen war auch schon hier, denn es liegen noch etliche Walnüsse rum, vom hauseigenen Baum, die als Snack dienen.

Normalerweise ist es auch im Haus so lebendig. Der Winter hat Spuren hinterlassen und wir spüren die Sehnsucht aller nach draußen. Wir sind sehr glücklich, dasss wir einen Garten haben. Bald wird auch hoffentlich wieder Musik durch den Garten klingen. Damit die Plätze von denen unsere Patient*innen, Besucher*innen und Mitarbeiter*innen lauschen können noch schöner sind, arbeiten wir weiter an unseren kleinen Oasen.

Kürzlich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, wenn wir einen schaukelnden Platz hätten. Eine große und stabile Sitz- oder Liegefläche. Vielleicht soviel Platz, dass auch mal jemand neben einem liegen kann. Wo man den sanften Wind spürt, die Blumen sieht, die Sonne sanft streichelt.
Wisst ihr noch wie ihr als Kinder geschaukelt habt? Wie unterschiedlich es war. Mal nur sanft mit den Füßen im Sand malend und nebenbei führte man ein Gespräch mit der Nachbarin oder dem Nachbar auf der Schaukel nebenan. Oder übermütig bis man so hoch geschaukelt hat, dass es für einen Augenblick das Gefühl der Schwerelosigkeit gab. Oder wenn man sich eingedreht hat und dann landete man in schnellen Kreiseln wieder in der Ausgangsposition. Schaukeln ist magisch – auch wenn es nur sanft ist.

Das wünschen wir uns. Eine Gartenschaukel. Wie wundervoll wäre das. Neue Stühle stehen auch auf dem Wunschzettel. Die Menschen wollen raus und dort mit Abstand auch wieder Kontakte knüpfen. Dort Mahlzeiten einnehmen und andere Patient*innen sehen. Das Eichhörnchen beobachten, Natur spüren.

Vor einigen Jahren hatten wir eine Patientin die im Sommer gerne auf der Terrasse war. In den letzten Lebenstagen haben wir sie oft mit dem Bett auf die Terrasse gebracht. Neben ihr saß oft die Tochter und hat ihr vorgelesen. Die Augen hatte sie meistens geschlossen. Das Gesicht glatt, entspannt, friedlich. In einer ihrer letzten Nächte bei uns hat sie auch einmal eine draussen verbracht. Ein alter Freund und Wegbegleiter war zu Besuch. Das war sehr berührend und selbst von außen konnte man spüren wie gut die Nähe zur Natur tun kann. Den Sternenhimmel gab es inclusive.

Wir freuen uns auf den Sommer, das Leben im Garten und hoffen wir finden einige Unterstützer*innen, die uns auch dabei helfen.
Ihnen und euch allen wünschen wir an dieser Stelle behütete und gesegnete Ostertage.

Herzlich

Nici Friederichsen

Ein Gedanke zu „Schaukeln

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